Montag, 4. Januar 2010

Was so die letzten Wochen eigentlich geschah...

Also als erstes Frohes Neues!
In der letzten Zeit ist hier nicht so viel erschienen, dafür kommt jetzt einiges auf einen Schlag! Der letzte Blogeintrag war natürlich nicht ganz korrekt, ich war nicht in Adana. Ich wollte meine Eltern zu Weihnachten überraschen und konnte so nichts von meiner Reise schreiben. Ich hoffe ihr hattet alle ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch. Und los gehts...

Interrail - 10.12. bis zum 23.12 ISTANBUL Sirkeci nach Neheim

Unsere Reise begann mit der Überfahrt nach Europa. Im Bahnhof stand schon unser Zug, 4 Waggons, gebaut in Deutschland. Der Zugbegleiter sammelte beim Einsteigen unsere Tickets ein und sagte dann nur "tomorrow". Also erstmal in unser Abteil. 3 Stockbetten übereinander, ein Fenster und ein kleines Waschbecken, was zugeklappt war, sollten unsere Bleibe für die Nacht werden. Die Heizung funktionierte trotz leichter Skepsis wunderbar, es wurde nämlich für den ganzen Wagen per Kohle geheizt.

Der Zug verließ pünktlich um 22:00 Sirkeci und wir fuhren am Topkapi vorbei in unsere Abenteuer. Der Zug hielt immer mal wieder an, aber wir schliefen recht schnell ein. Um 4 Uhr wurden wir dann geweckt und mussten aus dem Zug raus und unsere Pässe bei den türkischen Behörden stempeln lassen. Der Beamte fand auch die Seite mit meinem Visum für die Türkei und fragte dann mal nach, was ich denn so in der Türkei gemacht habe, welche Uni usw. Keine Ahnung, ob es Neugierde war oder eine Kontrolle. Ich war danach einfach nur froh wieder in meinem Bett zu liegen. Kurz darauf kamen die bulgarischen Beamten. Diese kontrollierten uns aber im Zug, also konnten wir im Bett liegen bleiben. Morgens um 9 erreichten wir dann Plovdiv und nach weiteren 2,5 Stunden Sofia. 1,5 Stunden nach der Ankunft laut Fahrplan. Auf dem Weg fuhren wir durch ein wunderschönes Tal und durch Ebenen an dessen Rändern wir die bulgarischen Berge sehen konnten.

In Sofia angekommen, kauften wir uns 4 Tickets für uns und unser Gepäck für die Tram. Wir hätten wahrscheinlich nur 2 Tickets gekauft, wenn uns nicht die Brochüre unseres Hostels darauf hingewiesen hätte. Dann ging es mit der Tram zu unserem Hostel. Im Hostel, einer alten Herberge, die man schön renoviert hatte, wurden wir freundlich empfangen. Man stattete uns mit einer selbst designten Karte aus und erklärte uns einen Rundweg. Unser Zimmer war ein paar Straßen weiter in einer Wohnung, deren Zimmer alle vom Hostel als "Zimmer" vermietet wurden.

Den Nachmittag verbrachten wir damit den ersten Teil des Rundgangs abzuarbeiten. Die Stadt machte einen kleinen und netten Eindruck. Viele Sehenswürdigkeiten hat sie aber nicht zu bieten. Es gibt die Statue der Sofia, ein paar nette orthodoxe Kirchen, alte Sovjet Bauten und die berühmte Aleksander Nevsi Kirche, welche wir uns als Highlight aber für den nächsten Tag lassen wollten. Abends hat sich Andreas dann ins Bett gelegt, da er immer noch nicht ganz fit war. Ich habe mich dann im Hostel am Billardtisch vergnüngt und ein paar lustige Kanadier kennen gelernt. Ich fand es sehr spannend zu hören, wo sie schon waren und was sie so trieben. Der eine machte 3 Monate Europa danach ging es dann nach China, der andere machte nur einen Monat und wusste noch nicht so genau wohin als nächstes.

Nach dem Frühstück im Hostel am nächsten Morgen haben wir dann im leichten Schneefall den Rundgang komplettiert. Die Aleksander Nevsi Kirche sah sehr imposant aus und war im Inneren reichlichst geschmückt.Die letzten Stunden vor dem Zug haben wir im Hostel verbracht. Um 19:30 ging dann der Zug nach Bukarest. Diesmal war das Abteil von den Maßen fast gleich - nur das Bett war etwas breiter und leider auch kürzer. Dementsprechend entspannend war dann auch der Schlaf. Die Beamten kamen diesmal auch in den Zug. Ich hätte auch keine Lust gehabt im Schnee draußen rumzustapfen.

Bilder Andi


Bukarest:

Anstelle eines etwas angetrunkenen Schaffners in Sofia weckte uns diesmal eine Schaffnerin. Um 6 Uhr angekommen, wollte ich dann erstmal etwas Geld abheben. Meine Bank hatte mir aufgrund der Austauschaktion eine neue Karte nach Deutschland geschickt aber leider ohne mich darüber zu informieren, meine alte Karte nach einem Monat gesperrt und somit wurde sie freundlicherweise vom Automaten einbehalten... Glücklicherweise war Andreas Karte nicht von der Austauschaktion betroffen und wir hatten weiter Zugang zur Liquidität. Ich ließ meine Karte dennoch sicherheitshalber sperren, wo mir dann die Ungültigkeit der Karte nochmal bestätigt worden ist. Um 8 gingen wir dann auf die Suche nach unserem Hotel, über dessen Platz wir unterschiedliche Informationen hatten, welche im Nachhinein alle falsch waren. Ein Taxi fuhr uns nach anfänglichen eigenen Versuchen das Hotel zu finden zur richtigen Adresse.

Wir stellten erstmal nur unser Gepäck ab, da wir ja noch viel zu früh waren und nicht einchecken konnten. Und ab ging es in die Stadt. Als erstes stand das Casa Poporului auf dem Programm. Ein wahnsinniger Bau - zweitgrößtes Gebäude der Welt nach dem Pentagon, erbaut durch einen Tyrannen dessen Volk für diesen Bau noch mehr leiden musste. Mehr dazu später. Als erstes Umrundeten wir das Gebäude an der Außenmauer entlang. Nach unserer Schätzung knappe 5km! Dannach stattet wir dem Inneren ein Besuch ab. Die Führung dauert 45 min und zeigte die Dimensionen des Gebäudes und deren Unnötigkeit. Hallen in denen man entspannt hätte kicken können und ein Entlüftungssystem das das Vergiften von Außen unmöglich machen sollte. Alle Materialien die im Palast verwendet wurden sind, bis auf das Mahagoniholz das bekam Ceausescu von einem Afrikanischen Freund, aus Rumänien. Es war aber sehr spannend, dieses mal in live zu sehen.

Nachdem wir den Palast besucht hatten, führten wir unsere Tour durch die Stadt fort und konnten weiterhin den Wahn des Ceausescus sehen. Eine Straße, die der Champs-Elysees nachempfunden ist und Häuser in allerhöchster Sowjet-Baukunst. Wir machten Halt in einer Mall in der Innenstadt, diese war auch in der vorherigen Ära gebaut worden und überwältigte durch Unübersichtlichkeit und Enge. Nun wollten wir aber das alte Bukarest sehen, oder zumindest, das, was davon noch übrig geblieben ist. Wir gönnten uns erstmal nen Kaffee in der Altstadt bevor wir dann etwas durch die Gegend streunten. Nach einer Weile kamen wir an der Uni vorbei am Platz der Revolution an. Dort begann vor 20 Jahren die Revolution und damit die Geburt des neuen Rumäniens. Nach dem anstregenden Tag aßen wir noch kurz was am Bahnhof, bevor es dann ins Bett ging. Unser Zimmer war sehr neu. Den nächsten Tag verbrachten wir dann auch in der Stadt, wir waren ein bisschen erschlagen von der Stadt und waren eher gelangweilt. Also verbrachten wir unsere Zeit mit Kaffeetrinken und uns ein bissel erholen bevor es abends zum Bahnhofe ging.

Der Nachtzug von Bukarest nach Budapest fuhr pünklltich ab, war aber leider vom selben Typ wie der vorherige - also zu kurze Betten für uns. Am Morgen erreichten Budapest.

Budapest

Nach der sowjetischen Baukultur erfreuten wir uns an den doch eher aus anderen Epochen stammenden Gebäuden Budapests. Diesmal hatten wir ein Apartment angemietet. Dieses konnten wir am Mittag beziehen. Danach ging es erstmal nach Buda, der linken Donauseite, auf den Burghügel. Unser Fußmarsch rauf wurde mit einem schönen Panorama belohnt. Da Budapest bekannte Thermalbäder hat und ich keine Badehose eingepackt hatte, mussten wir erstmal noch eine Badehose kaufen. Abends gingen wir dann in einer der Thermen ne Runde blubbern. Die Therme hatte einen großen Außenbereich. Das warme Wasser vernebelte einem die Sicht sobald man das Becken betreten hatte. Wir entspannten 2 Stunden bevor wir dann geschafft ins Bett fielen.

Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus. Um 10 wollten wir am Parlament sein. Gegrüßt vom ersten Schnee erreichten wir pünktlich das, des britischen Parliaments nachempfundene, Bauwerk. Die Führung zeigte das geschmackvolle Innere und die Ungarische Krone. Danach gingen wir zur berühmten Synagoge. Dort machten wir auch die Führung mit, die uns über die Juden in Ungarn und in Budapest aufklärten. Ungarn hatte nur verhältnismäßig kurz den Holocaust, trotzdem mussten sehr viele Juden unnötig ihr Leben lassen. Die Synagoge überlebte den Krieg jedoch, da die Deutschen sich dort einquartiert hatten, somit war sie geschützt vor deutschen Bombardements und die Allierten Kräfte griffen keine Synagogen an. Somit überstand dieses Gebäude relativ unbeschadet den Krieg. Das Innere wurde in den 90er Jahren renoviert und ist sehr schön, es sieht ein bisschen wie eine Kirche aus. Dies begründete unser Guide dadurch, dass die Synagoge von zwei christlichen Architekten geplant wurde. Nach so viel Kultur bummelten wir dann noch etwas durch die Straßen bevor der Tag auch schon wieder rum war.

Den nächsten Morgen begannen wir mit einem "awesome" Frühstück. Wir kaufen beim Supermakrt gegenüber Speck, Eier, Tomaten und Käse ein und hauten uns die Mägen voll. Danach ging es zu der letzten Station dem "house of terror", das an den Kampf für Freiheit erinnert und die junge Geschichte Ungarns erzählt. Es ist sehr modern und es wurde viel mit vielen Effekten, die einem die Stimmung etwas wiederspiegeln sollten, gearbeitet. Dannach ging es ab zum Bahnhof und in den Zug nach Bratislava

Bilder Andi

Bratislava

Noch am Bahnhof lernten wir einen jungen Slovaken kennen, der gerade wie wir ein Auslandssemester machte und auf dem Weg nach Hause war. Wir trafen ihn im Zug wieder, sprachen ein wenig übers Reisen und was uns in Bratislava erwarten würde.

Es war schon dunkel und sehr kalt als wir in Bratislava ankamen. Unser Hotel, sehr neu, lag etwa 20 min außerhalb und so fuhren wir mit der guten alten Tram in das Industriegebiet. Die Tram hat übrigens eine Art Sitzheizung.

Gestärkt duch das Frühstück am nächsten Morgen, wollten wir nun selber wissen, wie Bratislava ist. Zu unserer Überraschung ist Bratislava eine im Vergleich mit Bukarest und Budapest, kleine schnuckelige Stadt mit einer wirkich sehr schönen Altstadt. Eine Burg thront über der Donau und der Ufobrücke. Wir machten unsere kleine Tour über den Burgberg zur Altstadt über den Weihnachtsmarkt, vorbei an den lustigen Statuen (man at work) zum Präsidentenpalast. Dannach entspannten wir in einem Kaffee. Abends gönnten wir uns dann ein Bier in der KGB Bar, gutes tschechisches Bier und slovakisches Bier wurde dort angeboten. Wir gönnten uns ein paar Schlücke sowie das typische Slovakische Gericht das stark an Cottagecheese erinnert.

Am nächsten Morgen schneite es kräftig. Unser Slovake vom Zug hatte von einer Burg an einem in die Donau mündenden Fluss gesprochen. Dies sollte das Ziel an diesem kalten Tag sein. Als wir in dem Dorf 20 Busminuten außerhalb ankamen, war niemand auf den Straßen. Wir spazierten ein bisschen umher und fanden eine auf einem Felsen stehende Burg. Wir erwarteten niemanden auf dem Gelände, dennoch traffen wir ein paar kälteresistente Menschen. Wir entschieden uns schnell den Bus zurück zu nehmen und dann ging es zum Hotel Sachen holen und wieder zurück zum Bahnhof.

Bilder Andi

Wien

Nach einer einstündigen Fahrt erreichten wir schon Wien. Es war klirrend kalt und wir fuhren erstmal zum Hostel. Das Hostel war in einem 5 stöckigen Reihenhaus. Unser Raum war in einer kleinen Wohnung untergebracht, in der die anderen Zimmer nicht vermietet waren. Wir machten uns noch am Abend auf die Suche nach einem Einkaufsladen oder einem Lokal, doch leider waren alle Läden schon am Samstag ab 18Uhr geschlossen. Wir erkundeten also nur die Gegend und aßen einen Döner. Am nächsten Morgen mussten wir erstmal unser Zimmer bezahlen, die nette Dame an der Rezeption machte uns auch auf die Möglichkeit, günstige Tickets für die Symphoniker zu bekommen, aufmerksam. Wir machten uns auf den Weg in die Stadt. Die Kälte war an ihrem Höhepunkt (oder Tiefpunkt) und wir waren eher konzentriert auf das Finden des nächsten Erwärmungspunktes als auf die Schönheit der Stadt. Trotz allem machten wir uns zu Fuß einen Eindruck von der Stadt. Es gibt sehr schöne Gebäude und viele Museen. Leider reichte die Zeit nicht, um wenigstens ein paar zu sehen. Ich werde wohl wieder kommen müssen. Abends besuchten wir noch ein Konzert der Wien Symphonikern. Der Tip war wirklich Klasse. Wir entschieden uns, am nächsten Tag Schloss Schönbrunn und das Hundertwasserhaus zu besuchen. So kam es dann auch, wir machten uns nach einem Frühstück auf zum Schloss. Der vom Schnee bepuderte Garten war recht hübsch, dennoch machten wir uns schnell auf zum Hundertwasserhaus und anschließend ins Kunstmuseum, wo wir dann Hundertwasser Bilder und Fotografien von Annie Leibovitz angeschaut haben. Ein recht spannender Tag ging dann auch schon zu Ende. Als Abschluss gönnten wir uns dann einen Apfelstrudel und eine Wiener Melange, der Programmpunkt Esskultur sollte ja auch abgearbeitet werden.

München

Früh aus dem Bett gefallen ging es auf zu unseren letzten Reisetag. Der Railjet von Wien brachte uns pünktlich nach München. Die Fahrt vorbei an verschneiten kleinen Ortschaften war sehr schön, doch als wir in München ausstiegen waren wir geschockt. Anstatt eiskalter Temperaturen konnten wir sofort unseren mehrlagigen Winterschutz abnehmen und quasi in die Frühlingsgarderobe steigen. Unser erstes Ziel war der Stachus. Ein anschließender Besuch auf dem Turm der Sankt-Peter-Kirche schenkte uns einen wunderbaren Blick über die Stadt bis hin zu den Alpen. Nach einer darauffolgenden Maß im Augustinergarten machten wir uns dann zum letzten mal auf zum Bahnhof - Ziel Neheim.
Die ICE-Fahrt brachte uns schnell nach Köln. Dort schafften wir auch ohne große Verspätungen den Regio nach Schwerte und anschließend nach Neheim zu bekommen. Wir hatten es geschafft. 12 Tage, 5 Hauptstädte, und einige Kilometer auf Schienen.

Die Überraschung:
Ich übernachtete bei Andreas bevor ich meine Überraschung am 24ten machen wollte. Am 24ten brachte mich eine Freundin dann nach Hause und ich überraschte meine Mutter in der Küche beim Kochen. Thomas war noch nicht da also war er sehr erstaunt, als ich dann doch am Mittagstisch saß. Das war wirklich ein schönes Gefühl!

Weihnachten:
Die Tage um Weihnachten verbrachte ich noch damit ein paar Freunde zu treffen und ein bisschen zuhause bei meinen Schwestern und meiner Familie zu sein. Und siehe da, dann war es auch schon wieder der 27te und ich startete mit Andreas, Dino und Sebastian zum Flughafen. Dino und Sebastian sind bis zum 4ten geblieben und hatten ein ordentliches Programm in Istanbul. Ich glaube ihre Füße und Mägen werden es ihnen danken;) Ich will aber nicht zu viel verraten, denn jeder sollte es lieber selbst erleben!

Silvester:
Es gab eine Bosporusbootsparty von Erasmusstudenten organisiert. Rezeptur: 300 internationale Studenten, ein Boot und jede Menge Alkohol. Ein Rezept, was seine Wirkung nicht verfehlen konnte. Es war eine schöne Sache mal nachts den Bosporus rauf und runter zu fahren. Um 12 gab es dann ein Feuerwerk direkt vor unsere Nase. Um 3 legte das Schiff dann wieder an und wir waren glücklich, bekamen schnell ein Taxi und schafften es sicher nach Hause.

Club:
Manuel ist am Sonntagabend zu uns gestoßen und wir gingen in einen Musikklub. Die Musik war zum Thema "around the world" und die Mischung manchmal schon etwas neu für uns. Aber das brachte kein Ende zur Stimmung in dem Laden.

Die nächsten Planungen:
Die Finals stehen an! Danach soll es mit Andreas für ein paar Tage nach Syrien gehen, ein Visum haben wir schon...

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