Montag, 19. April 2010

Meine Eltern zu Besuch - Edirne

Hallo zusammen,

meine Eltern haben es noch sicher vor der großen Aschewolke nach Istanbul geschafft. Ich habe sie am Donnerstag vom Flughafen abgeholt und war am Freitag mit ihnen und Andreas im Topkapı Palast. Es waren wieder Massen von Touristen unterwegs und somit fielen wir gar nicht auf. Dieses mal waren wir auch im Harem, der Teil der dem Harem der Sultane vorbehalten wäre. Ich habe nachgesehen - keine mehr da! Ich finde den Palast an sich nicht so überwältigend wie manch andere Sehenswürdigkeit in Istanbul, aber ich muss sagen, dass das Harem mit seinen vielen nett verzierten Räumen einen Besuche wert ist, am besten, wenn keine Cruiseshipstours unterwegs sind.

Am Freitag habe ich dann meine Eltern alleine auf Tour geschickt, auf dem Programm standen die Zisterne, Chora Kirche und Eyüp. Gestern sind sie dann nach Izmir geflogen und bestaunen heute die alten Steine in Pergamon bevor es morgen mit dem Zug nach Efesus geht.
Das Wetter ist gut und der türkische Luftraum freigegeben.

Gestern hat Andreas und mich wieder die Reiselust gepackt und wir sind mit dem Bus nach Edirne, an der Bulgarisch Griechisch Türkischen Grenze gefahren. Es ist die ehemalige Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Es ist eine kleine Stadt mit 130 Tausend Einwohnern. Es gibt viele Moscheen, deren Wände und Decke wirklich sehr schön verziert sind. Ich muss gestehen, dass mir viele von ihnen besser gefallen haben als manch eine berühmte in Istanbul.

Dank eines guten Tipps, haben wir dann auch die lokale Köstlichkeit gegessen - eine gebraten/fritierte Leber. Es hat gut geschmeckt. Zum Abschluß haben wir uns dann noch das "Health" Museum in einem Moscheenkomplex angeschaut. Dannach waren dann unsere Füße müde und es ging wieder zurück mit dem Bus.

Die eigentliche Fahrt dauert ungefähr 3 Stunden. Leider gab es aber keinen Shuttlebus, der uns vom Otogar in unser Viertel gebracht hätte. Also mussten wir den ÖPNV benutzen, das bedeutet nochmal ungefähr 2 Stunden Bus Bahn etc...

Ich kann jedem der mal Lust hat ein bisschen aus Istanbul raus zu kommen, empfehlen nach Edirne zu fahren. Es ist nett ruhig und alles ist gut innerhalb eines Tages gesehen.

Dienstag, 23. März 2010

Ein freier sonniger Tag in Istanbul

Hallo zusammen,

das Wetter meinte es heute sehr gut mit uns, gefühltes T-shirt Wetter und Sonnenschein. Also entschieden Andreas und ich uns noch ein paar Dinge von der Istanbulliste zu streichen.

Als Erstes ging es zu UEFA Ausstellung. Dort haben wir eine Runde gekickert und uns ein paar Exponate angeschaut, was man so halt auf einer Austellung macht.

Als Zweites ging es dann ab zur Bilgi, einer privaten Universität. Eine Freundin hatte uns das Museum auf einem der Campuse empfohlen. Der Shutlebus brachte uns dann auf direktem Wege dort hin. Man konnte schon einen deutlichen Unterschied zu unserer Uni feststellen, ein Starbucks auf dem Campus, ein iphone hier ein Blackberry da... und ein großer Parkplatz gefüllt mit schon recht netten Autos (man sagt, es gäbe auch valet parking...). Das Museum hatte Energie und Strom zum Thema. In einem ehemaligen Kraftewerk gab es außer den Maschinen auch noch ein paar kleine elektrische Versuchsaufbauten und ein "reactable" auf dem man Musik durch auflegen von verschiedene Elementen erzeugt.



Die dritte und letzte Station war Miniatürk. Dort kann man sich, wie der Name schon sagt, die Türkei in Kleinformat anschauen.

UEFA-Ausstellung, Santral Energiemuseum, Miniatürk

Montag, 22. März 2010

Hamam - türkisches Bad

Hallo zusammen,

als wir im September letzten Jahres angekommen sind, hatten wir es auch immer vor in ein Hamam zugehen, haben es aber irgendwie nicht geschafft. Als viele Besucher mich drauf angesprochen haben, bin ich nun mit Ihnen gegangen. Hier kommt ein kurzer Erfahrungsbericht:

Die typischen Hamams sind nach Geschlechtern entweder durch zwei verschiedene Gebäude oder durch verschieden Zeiten oder Tage an denen es genutzt werden kann, getrennt.

Man betritt als erstes einen Raum, in denen es auf zwei Etagen kleine Kämmerchen gibt mit einer Liege. Sie sind abgetrennt haben aber ab der Hüften nur verglast. Man bekam eine Kabine zugewiesen und bindet sich nur Leibchen um die Hüfte. Dann geht es ab in den Hamambereich.
Als erstes wäscht man sich, die Duschen bestehen aus einem kleinen Waschbecken (alles Marmor) das man mit kaltem und warmen Wasser füllt und dieses dann mit einer Schüssel über seinen Körper gießt.
Nach der erste Dusche geht es dann in das eigentliche Hamam, dem runden Raum mit einem großen heißen Stein in der Mitte. Auf diese durch Wassererhitze Marmorplatte legt man sich dann und entspannt. An den Seiten findet man noch weitere Becken zum waschen.
Falls man möchte, kann man sich dann Peelen lassen (Kese). Das heißt ein Masseur nimmt einen an die Hand und man hockt sich neben ein Becken und er beginnt mit einem rauhen Lappen einem die erste Hautschicht abzuschrubbeln. Krazt ganz gut!
Dannach kommt der "entspannende" Part. Man legt sich wieder auf den Stein und wird mit Olivenseifenwasserschaum ein geschäumt und massiert. Die Masseure waren meist ältere Herren mit einem Bauch und kräftigen Armen. Die Massage war in den Hamams unterschiedlich, bei manchen eher sanft bei anderen eher nicht. Eine Regel gibt es aber, der Rücken muss knacken!
Wenn es dann genug geknackt hat, dann wird man nochmal abgewaschen und darf ein bisschen auf dem Stein entspannen. Wenn man keine Lust mehr hat, geht man wieder raus und lässt sich in Handtücher einwickeln und geht in seine Kabine und legt sich noch ne Runde aufs Ohr.

Wer einmal die Chance hat, sollte es unbedingt mal mitmachen. Es lohnt sich besonders nach einem laufreichen Tag.

Für ein paar Bilder schaut mal hier vorbei.



Mittwoch, 17. März 2010

Bildernachtrag

So und jetzt einfach noch ein paar Bilder von hier und da:

Interrail


Syrien und Ost-Türkei zusätzlich zu den Bildern von Andreas:

Syrien

Ost-Türkei

Guide gefällig?

Hallo zusammen,

ich habe wieder lange nichts von mir hören lassen und so werde ich versuchen die letzten Wochen kurz zufassen. Die zwei Hauptbeschäftigungen waren, Unikurse finden, damit wir noch ein bleiben können und Fremdenführer sein. Ersteres hat nicht so viel Spaß gemacht aber wir haben genug Kurse gefunden und können sogar noch ein oder zwei Seminare abhaken.

Fremdenführer in dieser großen lebendigen Stadt zusein macht viel Spaß, nur muss man aufpassen, dass man selbst nicht immer das gleiche Programm macht. Ich hatte seit Anfang Februar nun viel (fast durchgehend) Besuch von Familie und Freunden und habe so viel verschiedene Sachen erlebt. Jedes Programm runterzuzählen liest sich nicht so gerne deswegen habe ich einfach ein paar Bilder zusammen gebastelt.

Besuch

Ab heute werde ich nun die nächsten Wochen wieder "allein" in Istanbul sein und mich wohl mehr auf das Studium konzentrieren müssen...

Mittwoch, 10. Februar 2010

Syrien und Osttürkei – ein Trip voller Zitadellen und gastfreundlicher Menschen

Abflug
Wir verließen Istanbul pünktlich in aller Frühe trotz Schnee. In Adana angekommen, machten wir uns dann mit dem Bus auf den Weg nach Antakya und von dort aus nach Aleppo. Alles klappte reibungslos und wir passierten die Grenze ohne große Verzögerung. Natürlich dauert es bis alle Pässe gestempelt waren und der Bus von Beamten kontrolliert werden konnte. Nach der Grenze kam es dann zu einer kleinen Auseinandersetzung zwischen einem älteren Fahrgast und dem Buspersonal. Dem Fahrgast rutschte daraufhin die Faust ins Gesicht eines Mitarbeiters aus, dessen Nase die nächste halbe Stunde bluten sollte. Nach diesem kleinen Schock wurden wir 40 Minuten später an einer Tankstelle gebeten, den Bus zu verlassen und in einem „Microbus“ umzusteigen. Ein arabischer Mann mit seiner türkischen Frau, die in Deutschland groß geworden ist, und deren Tochter stiegen auch um. Als der Mann dann merkte, dass wir diesen Bus auch nochmal bezahlen mussten, erhitzen sich die Gemüter und es kam zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen dem Buspersonal und dem Herrn. Diesmal aber auch eher verständlich da uns die Busfirma schlicht weg abgezogen hat! Uns blieb aber nichts anderes übrig, als den Bus zu bezahlen.

Aleppo
Wir Zugfahrkarten für den nächsten Tag und schauten uns die Stadt an, es gibt Kirchen, einen schönen Bazar, eine große Moschee und eine große Zitadelle. Insgesamt konnte man hier schon sehen, dass man nicht mehr in Istanbul war. Es war alles sehr orientalisch, der Bazar, Souk genannt, hat eine authentische Atmosphäre. Von der Zitadelle konnten wir auf die Dächer der Stadt schauen welche flach und mit Satellitenschüsseln geschmückt sind.
Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug früh nach Hama (2Std. Fahrzeit). Die Züge sind neu-gebrauchte aus Asien und sehr bequem. Wir hatten erste Klasse gebucht (50 Cent mehr) und bekamen ein Trinkpäckchen und eine syrische Tageszeitung. Ich habe leider noch nicht einmal den Sportteil gefunden. In Hama schauten wir uns die großen Wasserräder an, bevor es dann auf zu Krak de Chevalliere, einer beeindruckenden sehr gut erhaltenen Kreuzritterburg, ging. Wir erreichten sie mit den „Microbussen“ es war immer wieder ein Abenteuer von A nach B zu kommen ohne viel lesen zu können, doch wir fanden immer wieder (oder wurden gefunden) nette hilfsbereite Menschen. Das war wirklich angenehm, ohne diese Hilfe wäre es um einiges schwerer gewesen.

Damaskus
Wir erreichten Damaskus am frühen Morgen und machten uns auf die Suche nach einem Hotel. Wir fanden ein günstiges rustikales in dem wir aber dann auch nur eine Nacht bleiben sollten. Es war Freitag und somit war der Souk und viele Museen geschlossen. Wir nutzten den Tag und erkundeten die Altstadt. Abends trafen wir uns mit Freunden von einer anderen Uni in Istanbul die eine ähnliche Tour machten.
Am Samstag wechselten wir in ein anderes Hotel. Der Souk war gut gefüllt und wir besuchten die Sehenswürdigkeiten, unter anderem auch die Moschee und schauten uns weiter in der Altstadt um. Der Souk ist wirklich groß und in den Gassen der Altstadt findet man Kirchen und alte kleine Paläste. Wenn man gut aufpasst stehen manche Türen offen und man kann einen Blick in die schönen Innenhöfe werfen.
Leider hatte sich Andreas den Magen verdorben und so musste ich das Programm alleine absolvieren. Ich habe mehr oder weniger freiwillig einen großen Spaziergang gemacht, auf dem ich aber wieder zwei hilfsbereite Syrer getroffen habe. Nachdem ich dann endlich an dem korrekten Busbahnhof war, fuhr ich dann zu einem Kloster etwas außerhalb von Damaskus. Es ist ein wichtiger Ort für Muslime sowie Christen. Es war schön Gläubige verschiedener Religionen im Einklang zusehen. Als ich zurück in der Stadt war, traf ich mich noch mit einem der Syrer vom Mittag um etwas zu essen und etwas zu quatschen. Er war sehr interessiert an allem, leider war die Zeit knapp, da wir am nächsten Morgen weiter wollten.

Palmyra
Andreas ging es etwas besser und wir fuhren 3 Std. mit dem Bus in die Wüste, nach Palmyra. Dort gibt es römische Ruinen. Man kann noch gut die Säulenwege erkennen. Wir spazierten ein wenig umher und schauten uns abends, von einem Hügel aus, das, von der untergehenden Sonne angestrahlte, Gelände an.

Rückweg
Nun fing unser Rückweg an. Wir fuhren mit dem Bus nach Hama und nach Aleppo. Dort blieben wir einer Nacht und nahmen dann ein Taxi über die Grenze. Am Taxistand trafen wir noch eine Freundin aus Karlsruhe, die auch den Trip mit den Leute, die wir in Damaskus getroffen haben, gemacht hat. Sie verriet uns, dass die Gruppe am gleichen Tag nach Antep, Türkei fahren würde. Nachmittags waren wir dann auch wieder in Antakya, Türkei. Ich versuchte den Kontakt zur Gruppe herzustellen, da sie mir angeboten hatten mit ihnen noch ein paar Tage durch die Osttürkei zu touren.

Urfa
Unser Flug ging um 17 Uhr am nächsten Tag und nachdem wir noch eine Höhlenkirche besichtigt hatten, ging es dann zum Busbahnhof. Inzwischen hatte ich die Bestätigung, dass im Mietwagen noch Platz für mich sei und dass ich die Gruppe in Urfa treffen könnte. Also fuhren Andreas und ich zum Busbahnhof, wo sich dann unsere Wege trennten. Er fuhr zurück nach Adana um von da aus nach Istanbul zu fliegen, ich setzte mich 6 Stunden in den Bus und erreichte abends Urfa und traf die Gruppe nach ein paar Telefonaten.
Wir schauten uns in Urfa die heiligen Teiche an und die Zitadelle, welche man durch einen in den Felsgeschlagenen Treppenstieg verlassen konnte. Danach ging es nach Harran einer 5000 Jahre alten Siedlung, von der aber auch nur eine kleine Festung und ein Turm der ehemaligen Uni übrig geblieben sind.

Mardin
Am Tag darauf fuhren wir in Richtung Mardin. Begleitet von 2 angeschlagenen Felgen, erreichten wir dann diese nette Stadt auf 1083m gelegen mit einem herrlichen Blick über die mesopotamische Tiefebene. Das wissen auch die Amerikaner und haben in der Zitadelle ihren Ohren und Augen auf das nur 40km entfernte Syiren gerichtet. Wir wurden wieder von Kindern geführt, welche unser türkischer Mitreisende angesprochen hatten. An sich hatte Hasan immer ein Händchen mit Leuten umzugehen. Er fand immer den richtigen Weg oder die Kids, die uns stolz ihre Stadt zeigten. Nachdem Sonnenuntergang ging es, zum Glück auf einer Straßen, die diese Bezeichnung auch verdient hatte, weiter nach Diyarbakir.

Hasankeyf
Wir machten uns am nächsten morgen früh auf den Weg nach Hasankeyf, einer Siedlung in den Uferfelsen des Tigris. Aufgrund von Dämmen kann es sein, dass diese Städte bald nur noch Tauchern zugänglich sein wird. Wir spazierten durch die ganzen Anlagen und genossen in der Sonne eine Siesta. Von den Sehenswürdigkeiten, die wir auf der Osttürkei-Tour gesehen hatten, war dieses am imposantesten.

Diyabakir
Den letzten Tag verbrachten wir in Diyabakir. Hier merkt man schon ganz deutlich, dass es den Menschen dort nicht so gut geht, wie in den Gebieten eher im Westen der Türkei. Wir absolvierten einen kleinen Spaziergang auf der Stadtmauer bevor wir dann unsere Mietwagen abgaben und uns in den Flieger nach Istanbul setzten.

Was bleibt zu sagen, es war ein Trip voller Erlebnisse. Ich kann nur jedem empfehlen eine Syrien Tour zumachen. Man kann viel sehen und die Sehenswürdigkeiten liegen in erreichbarer Nähe. Die Süd-Ost-Türkei ist auch sehr interessant, man braucht dort aber ein Auto um viel sehen zu können.
Jetzt bin ich zurück in Istanbul und genieße ein paar freie Tage bevor die Uni wieder beginnt…

Hier sind die Fotos von Andreas des ersten Teiles der Tour, die des zweiten bekomme ich bald hoffentlich.

Montag, 25. Januar 2010

Klausuren vorbei - Schnee - Syrien

Hallo zusammen,

heute habe wir die letzte Klausur geschrieben. Da es in Istanbul die letzten Tage weiter geschneit hat, haben wir eine kleine Tour durch die verschneite Stadt gemacht. Hier findet ihr ein paar Eindrücke.

Der Schnellfall bringt aber auch einige Gefahren mit sich. Da es in Istanbul nicht häufig schneit, haben viele Autos keine Winterreifen und ein dementsprechendes Fahrverhalten. Es gibt nicht so viele Räumfahrzeuge. Die Brücke wurde zwischenzeitlich gesperrt.
Viele Gehwege sind spiegelglatt da auch hier wenig bis gar nicht geräumt wird. Das macht die Stadt dann nicht nur für Autofahrer eine Rutschpartie sondern auch für Fußgänger.

Auf Grund des anhaltenden Schneefalles ist unsere Uni die nächsten 2 Tage vorerst geschlossen und alle Klausuren wurden verschoben. Gut, dass ich alle hinter mir habe, puh!

Morgen früh geht wird es dann um 03:55 mit dem Bus zum Flughafen gehen. Heute waren einige Flüge von Türkish Airlines gestrichen, also mache ich mal auf alles gefasst...