Sonntag, 4. Oktober 2009

Hallo zusammen,

Die erste Woche Uni ist nun vorbei und wir haben einiges erlebt:

- Die Vorlesungen und Professoren:
Insgesamt konnten wir drei Vorlesungen besuchen. Sie dauerten jeweils ungefähr 3 Zeitstunden. Allesamt waren sie recht unterschiedlich, manche Profs konnten wir gut verstehen, bei anderen viel es uns eher schwer den Übergang ins Türkische rauszuhören (was aber größten Teils an der Stimme des Profs lag). Das Türkisch zwischendurch gesprochen wird ist normal, aber nur wenn der Prof meint, dass die Studenten es nicht verstanden haben. Insgesamt sind die Vorlesung hier verschulter, die Profs fragen nach den Namen der Studenten wenn sie etwas nachfragen, es werden Witze gemacht und die Profs sind näher beim Studenten.

- Organisation:
Viel fragen hilft viel! Man kennt uns nun mittlerweile in den Betreungsstellen weil wir häufig dort sind um dies und das zu erfahren. Aber so fern sie können versuchen sie einem auch zu helfen.

-Campus:
Der Campus ist ein mit Stacheldrahtumzäuntes Gelände. Es ist der größte Campus der Marmara Universität (es gibt mehrere in ganz Istanbul). Die Gebäude sind nicht das Neuste aber sie haben das was sie brauchen. Es gibt auch eine Yemekhane (Mensa), dort kann man für umgerechnet 75 Cent ein Mittagessen bekommen. Es gibt nur ein Essen für alle das auf mehreren Stockwerken ausgeteilt wird. Man stellt sich an, nimmt sich ein Tablett und hält dieses dann in kleine Öffnungen einer Austeilstation. Ohne sehen zu können wer einem das Essen gibt, werden dann die Vertiefungen im Tablett mit den Speisen gefüllt. Wasser und Brot stehen auf den Tischen. Wir haben uns entschieden die Mensa eher selten zu besuchen.

Soviel erstmal zu Uni. Ihr fragt euch bestimmt, wenn wir nur bei 3 Vorlesungen waren was haben wir denn sonst gemacht?
Wir haben uns ein Akbill versucht zu besorgen. Ein Akbill ist eine Karte mit kleinem aufgeklebten Chip mit dem man alle öffentliche Nahverkehrsmittel bezahlen kann. Eine Fahrt mit einem Verkehrsmittel kostet 1,50 TL und jede weitere Anschlussfahrt 0,75 TL egal wie weit man fährt. Für Studenten gibt es einen speziellen Chip mit Sondertarifen (man zahlt nur ungefähr die Hälfte). Es ist zwar im Vergleich zu Deutschland super günstig, aber man gibt hier einen ordentlich Batzen Geld für die Fahrerei aus.

Um das Akbill zubekommen mussten wir zu einer bestimmten Behörde, welche sich auf einem alten Fabrikgelände befand. Dort warteten bestimmt 300 Leute auf die Austellung von ihren Akbills. Nach 3 Stunden hatten wir dann auch unsere Karte, jetzt müssen wir nur noch den Chip an einem Akbillkiosk aufkleben lassen. Leider sind alle Chips in Istanbul ausverkauft. Wir hoffen am Montag einen zu bekommen.
Während unseres Wartens viel uns unter den fast ausschlichen Türken auch eine blonde Deutsche auf sie hatte es gemanaged 1 Stunde nach uns zu kommen und 10 min nach uns fertig zu sein. Wir kamen daraufhin auch ins Gespräch und sie erklärten einen Polizisten gefragt zu haben, welcher ihr eine niedrige Wartenummer besorgt habe. Es hat also alles Vor- und Nachteile.

Außerdem haben wir die Woche noch den Dolma Bahce Palast besucht. Wir wollten uns eigentlich nur ein bischen informieren, über die Müze Kart, eine Karte die man als Türke bekommen kann und einem einen sehr günstigen Museeumseintritt ermöglicht. Als wir dann an der Kasse standen und nach dem Eintrittspreis für uns Studenten gefragt hieß es 2 Lira bitte für uns beide (anstatt irgendwas um die 10-20 TL). Da sind wir dann auch mal schnell rein. Man muss den Dolma Bahce mal gesehen haben. Leider hat man im Palast wenig Zeit sich alles genau anzusehen. Vorallem die vielen Gemälde muss man einfach neben sich liegen lassen und der Führung folgen. Wir hatten Glück und hatten eine selten deutsche Führung, die sehr klein war. So hatten wir wenigestens Platz alles zu beschauen. An der Führung nahmen auch noch andere interessante Personen teil. Der Abenteurindividualtourist mit langen Haaren braun gebrannt im Muscelshirt bis hin zum jungen Pärchen, bei dem der Mann leider die Lockerheit und den Sinn für Humor irgendwo im Reisekoffer vergessen hatte.

Am Samstag haben wir dann die Istanbul Modern besucht. Da gab es dann abgefahrene Sache zu sehen aber auch recht interessante Dinge. Wir haben keine Erwartungen an sie gestellt und wurden psoitiv überrascht. Es gibt wirklich sehr gute Sachen zusehen.

Abends waren wir bei einem Neuseeländer (und seiner Familie) aus dem Sprachkurs eingeladen. Mit ihnen werden wir auch heute abend zu einem Fenerbahcespiel gehen...


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