Mittwoch, 10. Februar 2010

Syrien und Osttürkei – ein Trip voller Zitadellen und gastfreundlicher Menschen

Abflug
Wir verließen Istanbul pünktlich in aller Frühe trotz Schnee. In Adana angekommen, machten wir uns dann mit dem Bus auf den Weg nach Antakya und von dort aus nach Aleppo. Alles klappte reibungslos und wir passierten die Grenze ohne große Verzögerung. Natürlich dauert es bis alle Pässe gestempelt waren und der Bus von Beamten kontrolliert werden konnte. Nach der Grenze kam es dann zu einer kleinen Auseinandersetzung zwischen einem älteren Fahrgast und dem Buspersonal. Dem Fahrgast rutschte daraufhin die Faust ins Gesicht eines Mitarbeiters aus, dessen Nase die nächste halbe Stunde bluten sollte. Nach diesem kleinen Schock wurden wir 40 Minuten später an einer Tankstelle gebeten, den Bus zu verlassen und in einem „Microbus“ umzusteigen. Ein arabischer Mann mit seiner türkischen Frau, die in Deutschland groß geworden ist, und deren Tochter stiegen auch um. Als der Mann dann merkte, dass wir diesen Bus auch nochmal bezahlen mussten, erhitzen sich die Gemüter und es kam zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen dem Buspersonal und dem Herrn. Diesmal aber auch eher verständlich da uns die Busfirma schlicht weg abgezogen hat! Uns blieb aber nichts anderes übrig, als den Bus zu bezahlen.

Aleppo
Wir Zugfahrkarten für den nächsten Tag und schauten uns die Stadt an, es gibt Kirchen, einen schönen Bazar, eine große Moschee und eine große Zitadelle. Insgesamt konnte man hier schon sehen, dass man nicht mehr in Istanbul war. Es war alles sehr orientalisch, der Bazar, Souk genannt, hat eine authentische Atmosphäre. Von der Zitadelle konnten wir auf die Dächer der Stadt schauen welche flach und mit Satellitenschüsseln geschmückt sind.
Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug früh nach Hama (2Std. Fahrzeit). Die Züge sind neu-gebrauchte aus Asien und sehr bequem. Wir hatten erste Klasse gebucht (50 Cent mehr) und bekamen ein Trinkpäckchen und eine syrische Tageszeitung. Ich habe leider noch nicht einmal den Sportteil gefunden. In Hama schauten wir uns die großen Wasserräder an, bevor es dann auf zu Krak de Chevalliere, einer beeindruckenden sehr gut erhaltenen Kreuzritterburg, ging. Wir erreichten sie mit den „Microbussen“ es war immer wieder ein Abenteuer von A nach B zu kommen ohne viel lesen zu können, doch wir fanden immer wieder (oder wurden gefunden) nette hilfsbereite Menschen. Das war wirklich angenehm, ohne diese Hilfe wäre es um einiges schwerer gewesen.

Damaskus
Wir erreichten Damaskus am frühen Morgen und machten uns auf die Suche nach einem Hotel. Wir fanden ein günstiges rustikales in dem wir aber dann auch nur eine Nacht bleiben sollten. Es war Freitag und somit war der Souk und viele Museen geschlossen. Wir nutzten den Tag und erkundeten die Altstadt. Abends trafen wir uns mit Freunden von einer anderen Uni in Istanbul die eine ähnliche Tour machten.
Am Samstag wechselten wir in ein anderes Hotel. Der Souk war gut gefüllt und wir besuchten die Sehenswürdigkeiten, unter anderem auch die Moschee und schauten uns weiter in der Altstadt um. Der Souk ist wirklich groß und in den Gassen der Altstadt findet man Kirchen und alte kleine Paläste. Wenn man gut aufpasst stehen manche Türen offen und man kann einen Blick in die schönen Innenhöfe werfen.
Leider hatte sich Andreas den Magen verdorben und so musste ich das Programm alleine absolvieren. Ich habe mehr oder weniger freiwillig einen großen Spaziergang gemacht, auf dem ich aber wieder zwei hilfsbereite Syrer getroffen habe. Nachdem ich dann endlich an dem korrekten Busbahnhof war, fuhr ich dann zu einem Kloster etwas außerhalb von Damaskus. Es ist ein wichtiger Ort für Muslime sowie Christen. Es war schön Gläubige verschiedener Religionen im Einklang zusehen. Als ich zurück in der Stadt war, traf ich mich noch mit einem der Syrer vom Mittag um etwas zu essen und etwas zu quatschen. Er war sehr interessiert an allem, leider war die Zeit knapp, da wir am nächsten Morgen weiter wollten.

Palmyra
Andreas ging es etwas besser und wir fuhren 3 Std. mit dem Bus in die Wüste, nach Palmyra. Dort gibt es römische Ruinen. Man kann noch gut die Säulenwege erkennen. Wir spazierten ein wenig umher und schauten uns abends, von einem Hügel aus, das, von der untergehenden Sonne angestrahlte, Gelände an.

Rückweg
Nun fing unser Rückweg an. Wir fuhren mit dem Bus nach Hama und nach Aleppo. Dort blieben wir einer Nacht und nahmen dann ein Taxi über die Grenze. Am Taxistand trafen wir noch eine Freundin aus Karlsruhe, die auch den Trip mit den Leute, die wir in Damaskus getroffen haben, gemacht hat. Sie verriet uns, dass die Gruppe am gleichen Tag nach Antep, Türkei fahren würde. Nachmittags waren wir dann auch wieder in Antakya, Türkei. Ich versuchte den Kontakt zur Gruppe herzustellen, da sie mir angeboten hatten mit ihnen noch ein paar Tage durch die Osttürkei zu touren.

Urfa
Unser Flug ging um 17 Uhr am nächsten Tag und nachdem wir noch eine Höhlenkirche besichtigt hatten, ging es dann zum Busbahnhof. Inzwischen hatte ich die Bestätigung, dass im Mietwagen noch Platz für mich sei und dass ich die Gruppe in Urfa treffen könnte. Also fuhren Andreas und ich zum Busbahnhof, wo sich dann unsere Wege trennten. Er fuhr zurück nach Adana um von da aus nach Istanbul zu fliegen, ich setzte mich 6 Stunden in den Bus und erreichte abends Urfa und traf die Gruppe nach ein paar Telefonaten.
Wir schauten uns in Urfa die heiligen Teiche an und die Zitadelle, welche man durch einen in den Felsgeschlagenen Treppenstieg verlassen konnte. Danach ging es nach Harran einer 5000 Jahre alten Siedlung, von der aber auch nur eine kleine Festung und ein Turm der ehemaligen Uni übrig geblieben sind.

Mardin
Am Tag darauf fuhren wir in Richtung Mardin. Begleitet von 2 angeschlagenen Felgen, erreichten wir dann diese nette Stadt auf 1083m gelegen mit einem herrlichen Blick über die mesopotamische Tiefebene. Das wissen auch die Amerikaner und haben in der Zitadelle ihren Ohren und Augen auf das nur 40km entfernte Syiren gerichtet. Wir wurden wieder von Kindern geführt, welche unser türkischer Mitreisende angesprochen hatten. An sich hatte Hasan immer ein Händchen mit Leuten umzugehen. Er fand immer den richtigen Weg oder die Kids, die uns stolz ihre Stadt zeigten. Nachdem Sonnenuntergang ging es, zum Glück auf einer Straßen, die diese Bezeichnung auch verdient hatte, weiter nach Diyarbakir.

Hasankeyf
Wir machten uns am nächsten morgen früh auf den Weg nach Hasankeyf, einer Siedlung in den Uferfelsen des Tigris. Aufgrund von Dämmen kann es sein, dass diese Städte bald nur noch Tauchern zugänglich sein wird. Wir spazierten durch die ganzen Anlagen und genossen in der Sonne eine Siesta. Von den Sehenswürdigkeiten, die wir auf der Osttürkei-Tour gesehen hatten, war dieses am imposantesten.

Diyabakir
Den letzten Tag verbrachten wir in Diyabakir. Hier merkt man schon ganz deutlich, dass es den Menschen dort nicht so gut geht, wie in den Gebieten eher im Westen der Türkei. Wir absolvierten einen kleinen Spaziergang auf der Stadtmauer bevor wir dann unsere Mietwagen abgaben und uns in den Flieger nach Istanbul setzten.

Was bleibt zu sagen, es war ein Trip voller Erlebnisse. Ich kann nur jedem empfehlen eine Syrien Tour zumachen. Man kann viel sehen und die Sehenswürdigkeiten liegen in erreichbarer Nähe. Die Süd-Ost-Türkei ist auch sehr interessant, man braucht dort aber ein Auto um viel sehen zu können.
Jetzt bin ich zurück in Istanbul und genieße ein paar freie Tage bevor die Uni wieder beginnt…

Hier sind die Fotos von Andreas des ersten Teiles der Tour, die des zweiten bekomme ich bald hoffentlich.

Montag, 25. Januar 2010

Klausuren vorbei - Schnee - Syrien

Hallo zusammen,

heute habe wir die letzte Klausur geschrieben. Da es in Istanbul die letzten Tage weiter geschneit hat, haben wir eine kleine Tour durch die verschneite Stadt gemacht. Hier findet ihr ein paar Eindrücke.

Der Schnellfall bringt aber auch einige Gefahren mit sich. Da es in Istanbul nicht häufig schneit, haben viele Autos keine Winterreifen und ein dementsprechendes Fahrverhalten. Es gibt nicht so viele Räumfahrzeuge. Die Brücke wurde zwischenzeitlich gesperrt.
Viele Gehwege sind spiegelglatt da auch hier wenig bis gar nicht geräumt wird. Das macht die Stadt dann nicht nur für Autofahrer eine Rutschpartie sondern auch für Fußgänger.

Auf Grund des anhaltenden Schneefalles ist unsere Uni die nächsten 2 Tage vorerst geschlossen und alle Klausuren wurden verschoben. Gut, dass ich alle hinter mir habe, puh!

Morgen früh geht wird es dann um 03:55 mit dem Bus zum Flughafen gehen. Heute waren einige Flüge von Türkish Airlines gestrichen, also mache ich mal auf alles gefasst...

Samstag, 23. Januar 2010

und schon wieder Schnee?

Hallo zusammen,

nach relativ angenehmen Temperaturen noch vor einigen Tagen, schneit es heute zum zweiten mal in dieser Woche. Das Dach gegenüber meines Fensters hat auch eine ganz leichte weiße Schicht. Gerade zeigt sich Istanbul wettertechnisch nicht von seiner einladensten Seite.



Aber das Wetter spielt beim Lernen und Klausuren schreiben ja keine Rolle. Am Dienstag haben wir unseren "Triple-header" hinter uns gebracht. Ich bin wirklich froh, dass das der erste Klausurentag war. Jetzt haben wir den Batzen wenigstens weg. Gestern hatten wir noch eine Klausur und am Montag kommt die letzte.

Gestern waren wir noch auf einem Farewell-Tee von einem Kommilitonen aus Dänemark. Dort ist mir aufgefallen, dass doch sehr viele nur ein Semester hier bleiben. Ich hoffe alles klappt mit unseren Kursen sodass uns das zweite Semester auch etwas für Karlsruhe bringt.

Samstag, 16. Januar 2010

Istanbul - Avrupa Kültür Başkenti

Hallo zusammen,

die letzten Tage waren weniger ereignisreich. Unser Klausurtermine sind rausgekommen und wir werden unsere Finals vom 19ten bis zum 25ten schreiben. Das ist soweit ganz gut, nur, dass wir am Dienstag direkt mit 3 Finals an einem Tag beginnen dürfen ist nicht ganz so optimal. Gut ist es jedoch, dass wir dann mehr Zeit in Syrien haben werden. Der Hinflug ist am 26ten und wir werden am 4ten wieder zurückfliegen. Einen genauen Plan mit Karte hat Andreas erstellt. Ich freue mich schon!

Sonst sehen die Tage hier alle recht ähnlich aus, aufstehen, lernen, ab und zu mal Pause und abends nen Film anschauen. Man will ja am nächsten Tag fit sein.

Heute wurden wir aber durch Zufall auf die Eröffnungsveranstaltung zur Kulturhauptstadt Europas aufmerksam. Es war eine Kombination aus mehreren Veranstaltungen an verschiedenen Orten. Das Programm war unterschiedlich, wir haben ein ,leider durch Wind stark eingeschränktes, "Ballontheater" und ein Konzert von Tarkan angeschaut. Diese wurden begleitet von viel Feuerwerk. Leider ist heute ein mieses Wetter so dass viele der Veranstaltungen nicht so gut besucht waren, wie die Veranstalter geplant hatten.
Zum Abschluss noch ein kleines Video:

Montag, 4. Januar 2010

Was so die letzten Wochen eigentlich geschah...

Also als erstes Frohes Neues!
In der letzten Zeit ist hier nicht so viel erschienen, dafür kommt jetzt einiges auf einen Schlag! Der letzte Blogeintrag war natürlich nicht ganz korrekt, ich war nicht in Adana. Ich wollte meine Eltern zu Weihnachten überraschen und konnte so nichts von meiner Reise schreiben. Ich hoffe ihr hattet alle ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch. Und los gehts...

Interrail - 10.12. bis zum 23.12 ISTANBUL Sirkeci nach Neheim

Unsere Reise begann mit der Überfahrt nach Europa. Im Bahnhof stand schon unser Zug, 4 Waggons, gebaut in Deutschland. Der Zugbegleiter sammelte beim Einsteigen unsere Tickets ein und sagte dann nur "tomorrow". Also erstmal in unser Abteil. 3 Stockbetten übereinander, ein Fenster und ein kleines Waschbecken, was zugeklappt war, sollten unsere Bleibe für die Nacht werden. Die Heizung funktionierte trotz leichter Skepsis wunderbar, es wurde nämlich für den ganzen Wagen per Kohle geheizt.

Der Zug verließ pünktlich um 22:00 Sirkeci und wir fuhren am Topkapi vorbei in unsere Abenteuer. Der Zug hielt immer mal wieder an, aber wir schliefen recht schnell ein. Um 4 Uhr wurden wir dann geweckt und mussten aus dem Zug raus und unsere Pässe bei den türkischen Behörden stempeln lassen. Der Beamte fand auch die Seite mit meinem Visum für die Türkei und fragte dann mal nach, was ich denn so in der Türkei gemacht habe, welche Uni usw. Keine Ahnung, ob es Neugierde war oder eine Kontrolle. Ich war danach einfach nur froh wieder in meinem Bett zu liegen. Kurz darauf kamen die bulgarischen Beamten. Diese kontrollierten uns aber im Zug, also konnten wir im Bett liegen bleiben. Morgens um 9 erreichten wir dann Plovdiv und nach weiteren 2,5 Stunden Sofia. 1,5 Stunden nach der Ankunft laut Fahrplan. Auf dem Weg fuhren wir durch ein wunderschönes Tal und durch Ebenen an dessen Rändern wir die bulgarischen Berge sehen konnten.

In Sofia angekommen, kauften wir uns 4 Tickets für uns und unser Gepäck für die Tram. Wir hätten wahrscheinlich nur 2 Tickets gekauft, wenn uns nicht die Brochüre unseres Hostels darauf hingewiesen hätte. Dann ging es mit der Tram zu unserem Hostel. Im Hostel, einer alten Herberge, die man schön renoviert hatte, wurden wir freundlich empfangen. Man stattete uns mit einer selbst designten Karte aus und erklärte uns einen Rundweg. Unser Zimmer war ein paar Straßen weiter in einer Wohnung, deren Zimmer alle vom Hostel als "Zimmer" vermietet wurden.

Den Nachmittag verbrachten wir damit den ersten Teil des Rundgangs abzuarbeiten. Die Stadt machte einen kleinen und netten Eindruck. Viele Sehenswürdigkeiten hat sie aber nicht zu bieten. Es gibt die Statue der Sofia, ein paar nette orthodoxe Kirchen, alte Sovjet Bauten und die berühmte Aleksander Nevsi Kirche, welche wir uns als Highlight aber für den nächsten Tag lassen wollten. Abends hat sich Andreas dann ins Bett gelegt, da er immer noch nicht ganz fit war. Ich habe mich dann im Hostel am Billardtisch vergnüngt und ein paar lustige Kanadier kennen gelernt. Ich fand es sehr spannend zu hören, wo sie schon waren und was sie so trieben. Der eine machte 3 Monate Europa danach ging es dann nach China, der andere machte nur einen Monat und wusste noch nicht so genau wohin als nächstes.

Nach dem Frühstück im Hostel am nächsten Morgen haben wir dann im leichten Schneefall den Rundgang komplettiert. Die Aleksander Nevsi Kirche sah sehr imposant aus und war im Inneren reichlichst geschmückt.Die letzten Stunden vor dem Zug haben wir im Hostel verbracht. Um 19:30 ging dann der Zug nach Bukarest. Diesmal war das Abteil von den Maßen fast gleich - nur das Bett war etwas breiter und leider auch kürzer. Dementsprechend entspannend war dann auch der Schlaf. Die Beamten kamen diesmal auch in den Zug. Ich hätte auch keine Lust gehabt im Schnee draußen rumzustapfen.

Bilder Andi


Bukarest:

Anstelle eines etwas angetrunkenen Schaffners in Sofia weckte uns diesmal eine Schaffnerin. Um 6 Uhr angekommen, wollte ich dann erstmal etwas Geld abheben. Meine Bank hatte mir aufgrund der Austauschaktion eine neue Karte nach Deutschland geschickt aber leider ohne mich darüber zu informieren, meine alte Karte nach einem Monat gesperrt und somit wurde sie freundlicherweise vom Automaten einbehalten... Glücklicherweise war Andreas Karte nicht von der Austauschaktion betroffen und wir hatten weiter Zugang zur Liquidität. Ich ließ meine Karte dennoch sicherheitshalber sperren, wo mir dann die Ungültigkeit der Karte nochmal bestätigt worden ist. Um 8 gingen wir dann auf die Suche nach unserem Hotel, über dessen Platz wir unterschiedliche Informationen hatten, welche im Nachhinein alle falsch waren. Ein Taxi fuhr uns nach anfänglichen eigenen Versuchen das Hotel zu finden zur richtigen Adresse.

Wir stellten erstmal nur unser Gepäck ab, da wir ja noch viel zu früh waren und nicht einchecken konnten. Und ab ging es in die Stadt. Als erstes stand das Casa Poporului auf dem Programm. Ein wahnsinniger Bau - zweitgrößtes Gebäude der Welt nach dem Pentagon, erbaut durch einen Tyrannen dessen Volk für diesen Bau noch mehr leiden musste. Mehr dazu später. Als erstes Umrundeten wir das Gebäude an der Außenmauer entlang. Nach unserer Schätzung knappe 5km! Dannach stattet wir dem Inneren ein Besuch ab. Die Führung dauert 45 min und zeigte die Dimensionen des Gebäudes und deren Unnötigkeit. Hallen in denen man entspannt hätte kicken können und ein Entlüftungssystem das das Vergiften von Außen unmöglich machen sollte. Alle Materialien die im Palast verwendet wurden sind, bis auf das Mahagoniholz das bekam Ceausescu von einem Afrikanischen Freund, aus Rumänien. Es war aber sehr spannend, dieses mal in live zu sehen.

Nachdem wir den Palast besucht hatten, führten wir unsere Tour durch die Stadt fort und konnten weiterhin den Wahn des Ceausescus sehen. Eine Straße, die der Champs-Elysees nachempfunden ist und Häuser in allerhöchster Sowjet-Baukunst. Wir machten Halt in einer Mall in der Innenstadt, diese war auch in der vorherigen Ära gebaut worden und überwältigte durch Unübersichtlichkeit und Enge. Nun wollten wir aber das alte Bukarest sehen, oder zumindest, das, was davon noch übrig geblieben ist. Wir gönnten uns erstmal nen Kaffee in der Altstadt bevor wir dann etwas durch die Gegend streunten. Nach einer Weile kamen wir an der Uni vorbei am Platz der Revolution an. Dort begann vor 20 Jahren die Revolution und damit die Geburt des neuen Rumäniens. Nach dem anstregenden Tag aßen wir noch kurz was am Bahnhof, bevor es dann ins Bett ging. Unser Zimmer war sehr neu. Den nächsten Tag verbrachten wir dann auch in der Stadt, wir waren ein bisschen erschlagen von der Stadt und waren eher gelangweilt. Also verbrachten wir unsere Zeit mit Kaffeetrinken und uns ein bissel erholen bevor es abends zum Bahnhofe ging.

Der Nachtzug von Bukarest nach Budapest fuhr pünklltich ab, war aber leider vom selben Typ wie der vorherige - also zu kurze Betten für uns. Am Morgen erreichten Budapest.

Budapest

Nach der sowjetischen Baukultur erfreuten wir uns an den doch eher aus anderen Epochen stammenden Gebäuden Budapests. Diesmal hatten wir ein Apartment angemietet. Dieses konnten wir am Mittag beziehen. Danach ging es erstmal nach Buda, der linken Donauseite, auf den Burghügel. Unser Fußmarsch rauf wurde mit einem schönen Panorama belohnt. Da Budapest bekannte Thermalbäder hat und ich keine Badehose eingepackt hatte, mussten wir erstmal noch eine Badehose kaufen. Abends gingen wir dann in einer der Thermen ne Runde blubbern. Die Therme hatte einen großen Außenbereich. Das warme Wasser vernebelte einem die Sicht sobald man das Becken betreten hatte. Wir entspannten 2 Stunden bevor wir dann geschafft ins Bett fielen.

Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus. Um 10 wollten wir am Parlament sein. Gegrüßt vom ersten Schnee erreichten wir pünktlich das, des britischen Parliaments nachempfundene, Bauwerk. Die Führung zeigte das geschmackvolle Innere und die Ungarische Krone. Danach gingen wir zur berühmten Synagoge. Dort machten wir auch die Führung mit, die uns über die Juden in Ungarn und in Budapest aufklärten. Ungarn hatte nur verhältnismäßig kurz den Holocaust, trotzdem mussten sehr viele Juden unnötig ihr Leben lassen. Die Synagoge überlebte den Krieg jedoch, da die Deutschen sich dort einquartiert hatten, somit war sie geschützt vor deutschen Bombardements und die Allierten Kräfte griffen keine Synagogen an. Somit überstand dieses Gebäude relativ unbeschadet den Krieg. Das Innere wurde in den 90er Jahren renoviert und ist sehr schön, es sieht ein bisschen wie eine Kirche aus. Dies begründete unser Guide dadurch, dass die Synagoge von zwei christlichen Architekten geplant wurde. Nach so viel Kultur bummelten wir dann noch etwas durch die Straßen bevor der Tag auch schon wieder rum war.

Den nächsten Morgen begannen wir mit einem "awesome" Frühstück. Wir kaufen beim Supermakrt gegenüber Speck, Eier, Tomaten und Käse ein und hauten uns die Mägen voll. Danach ging es zu der letzten Station dem "house of terror", das an den Kampf für Freiheit erinnert und die junge Geschichte Ungarns erzählt. Es ist sehr modern und es wurde viel mit vielen Effekten, die einem die Stimmung etwas wiederspiegeln sollten, gearbeitet. Dannach ging es ab zum Bahnhof und in den Zug nach Bratislava

Bilder Andi

Bratislava

Noch am Bahnhof lernten wir einen jungen Slovaken kennen, der gerade wie wir ein Auslandssemester machte und auf dem Weg nach Hause war. Wir trafen ihn im Zug wieder, sprachen ein wenig übers Reisen und was uns in Bratislava erwarten würde.

Es war schon dunkel und sehr kalt als wir in Bratislava ankamen. Unser Hotel, sehr neu, lag etwa 20 min außerhalb und so fuhren wir mit der guten alten Tram in das Industriegebiet. Die Tram hat übrigens eine Art Sitzheizung.

Gestärkt duch das Frühstück am nächsten Morgen, wollten wir nun selber wissen, wie Bratislava ist. Zu unserer Überraschung ist Bratislava eine im Vergleich mit Bukarest und Budapest, kleine schnuckelige Stadt mit einer wirkich sehr schönen Altstadt. Eine Burg thront über der Donau und der Ufobrücke. Wir machten unsere kleine Tour über den Burgberg zur Altstadt über den Weihnachtsmarkt, vorbei an den lustigen Statuen (man at work) zum Präsidentenpalast. Dannach entspannten wir in einem Kaffee. Abends gönnten wir uns dann ein Bier in der KGB Bar, gutes tschechisches Bier und slovakisches Bier wurde dort angeboten. Wir gönnten uns ein paar Schlücke sowie das typische Slovakische Gericht das stark an Cottagecheese erinnert.

Am nächsten Morgen schneite es kräftig. Unser Slovake vom Zug hatte von einer Burg an einem in die Donau mündenden Fluss gesprochen. Dies sollte das Ziel an diesem kalten Tag sein. Als wir in dem Dorf 20 Busminuten außerhalb ankamen, war niemand auf den Straßen. Wir spazierten ein bisschen umher und fanden eine auf einem Felsen stehende Burg. Wir erwarteten niemanden auf dem Gelände, dennoch traffen wir ein paar kälteresistente Menschen. Wir entschieden uns schnell den Bus zurück zu nehmen und dann ging es zum Hotel Sachen holen und wieder zurück zum Bahnhof.

Bilder Andi

Wien

Nach einer einstündigen Fahrt erreichten wir schon Wien. Es war klirrend kalt und wir fuhren erstmal zum Hostel. Das Hostel war in einem 5 stöckigen Reihenhaus. Unser Raum war in einer kleinen Wohnung untergebracht, in der die anderen Zimmer nicht vermietet waren. Wir machten uns noch am Abend auf die Suche nach einem Einkaufsladen oder einem Lokal, doch leider waren alle Läden schon am Samstag ab 18Uhr geschlossen. Wir erkundeten also nur die Gegend und aßen einen Döner. Am nächsten Morgen mussten wir erstmal unser Zimmer bezahlen, die nette Dame an der Rezeption machte uns auch auf die Möglichkeit, günstige Tickets für die Symphoniker zu bekommen, aufmerksam. Wir machten uns auf den Weg in die Stadt. Die Kälte war an ihrem Höhepunkt (oder Tiefpunkt) und wir waren eher konzentriert auf das Finden des nächsten Erwärmungspunktes als auf die Schönheit der Stadt. Trotz allem machten wir uns zu Fuß einen Eindruck von der Stadt. Es gibt sehr schöne Gebäude und viele Museen. Leider reichte die Zeit nicht, um wenigstens ein paar zu sehen. Ich werde wohl wieder kommen müssen. Abends besuchten wir noch ein Konzert der Wien Symphonikern. Der Tip war wirklich Klasse. Wir entschieden uns, am nächsten Tag Schloss Schönbrunn und das Hundertwasserhaus zu besuchen. So kam es dann auch, wir machten uns nach einem Frühstück auf zum Schloss. Der vom Schnee bepuderte Garten war recht hübsch, dennoch machten wir uns schnell auf zum Hundertwasserhaus und anschließend ins Kunstmuseum, wo wir dann Hundertwasser Bilder und Fotografien von Annie Leibovitz angeschaut haben. Ein recht spannender Tag ging dann auch schon zu Ende. Als Abschluss gönnten wir uns dann einen Apfelstrudel und eine Wiener Melange, der Programmpunkt Esskultur sollte ja auch abgearbeitet werden.

München

Früh aus dem Bett gefallen ging es auf zu unseren letzten Reisetag. Der Railjet von Wien brachte uns pünktlich nach München. Die Fahrt vorbei an verschneiten kleinen Ortschaften war sehr schön, doch als wir in München ausstiegen waren wir geschockt. Anstatt eiskalter Temperaturen konnten wir sofort unseren mehrlagigen Winterschutz abnehmen und quasi in die Frühlingsgarderobe steigen. Unser erstes Ziel war der Stachus. Ein anschließender Besuch auf dem Turm der Sankt-Peter-Kirche schenkte uns einen wunderbaren Blick über die Stadt bis hin zu den Alpen. Nach einer darauffolgenden Maß im Augustinergarten machten wir uns dann zum letzten mal auf zum Bahnhof - Ziel Neheim.
Die ICE-Fahrt brachte uns schnell nach Köln. Dort schafften wir auch ohne große Verspätungen den Regio nach Schwerte und anschließend nach Neheim zu bekommen. Wir hatten es geschafft. 12 Tage, 5 Hauptstädte, und einige Kilometer auf Schienen.

Die Überraschung:
Ich übernachtete bei Andreas bevor ich meine Überraschung am 24ten machen wollte. Am 24ten brachte mich eine Freundin dann nach Hause und ich überraschte meine Mutter in der Küche beim Kochen. Thomas war noch nicht da also war er sehr erstaunt, als ich dann doch am Mittagstisch saß. Das war wirklich ein schönes Gefühl!

Weihnachten:
Die Tage um Weihnachten verbrachte ich noch damit ein paar Freunde zu treffen und ein bisschen zuhause bei meinen Schwestern und meiner Familie zu sein. Und siehe da, dann war es auch schon wieder der 27te und ich startete mit Andreas, Dino und Sebastian zum Flughafen. Dino und Sebastian sind bis zum 4ten geblieben und hatten ein ordentliches Programm in Istanbul. Ich glaube ihre Füße und Mägen werden es ihnen danken;) Ich will aber nicht zu viel verraten, denn jeder sollte es lieber selbst erleben!

Silvester:
Es gab eine Bosporusbootsparty von Erasmusstudenten organisiert. Rezeptur: 300 internationale Studenten, ein Boot und jede Menge Alkohol. Ein Rezept, was seine Wirkung nicht verfehlen konnte. Es war eine schöne Sache mal nachts den Bosporus rauf und runter zu fahren. Um 12 gab es dann ein Feuerwerk direkt vor unsere Nase. Um 3 legte das Schiff dann wieder an und wir waren glücklich, bekamen schnell ein Taxi und schafften es sicher nach Hause.

Club:
Manuel ist am Sonntagabend zu uns gestoßen und wir gingen in einen Musikklub. Die Musik war zum Thema "around the world" und die Mischung manchmal schon etwas neu für uns. Aber das brachte kein Ende zur Stimmung in dem Laden.

Die nächsten Planungen:
Die Finals stehen an! Danach soll es mit Andreas für ein paar Tage nach Syrien gehen, ein Visum haben wir schon...

Samstag, 12. Dezember 2009

Weihnachten in Adana

Hallo zusammen,

Ich habe jetzt meinen Flug nach Adana gebucht. Ich fliege am 22ten, werde dort bei Mete Weihnachten feiern und komme dann am 27ten wieder nach Istanbul. Adana liegt nicht weit enfernt vom Mittelmeer und bis zur syrischen Grenze sind es auch nur 2-3 Stunden. Da wird es bestimmt auch etwas angenehmeres Wetter als momentan in Istanbul sein. Ich freue mich schon!
Sonst passiert nicht viel, Andreas ist mit dem Zug unterwegs nach Neheim und sollte momentan in Sofia sein;) Schaut einfach mal auf seinen Blog, klingt alles sehr spannend, was er dort so erlebt. Jetzt muss ich wohl besonders gut in der Uni aufpassen...

Montag, 7. Dezember 2009

die letzten Tage in Baku

Hello everyone,

I spent my last days in Baku. On Staurday I chose to go to art galleries and check out what was displayed in the State Art Museum. I must admit the State Art Museum, located in an Oilboom mention, had a greater collection of more "older" art but was not as overwhelming as one of the private art galleries in the old part of town. The paintings, nicely displayed in an old house, were more vivid. Of course the galleries had contemporary art, so they are not really compareable. In both I tried finding art which expresses some azerbajanian feelings or how the people lived at that time. I discovered that is really mixed, Persian influence vs. Russian influence.
After having finished my cultural part, I met with Asmar, Gülnar's sister, and her friends to have a walk through town. Afterwards Günel and Leyla, friends of Gülnar, picked me up and we went to a pub in which a turkish band played. It was very crowded and in the smoky atmosphere many foreigners, who probably work in for the Oil industry were gathering with locals. Afterwards we hit a club, which later got closed down by cops... Cops overall are a special topic, which I don't want to discuss further.

The next morning, we went alltogethere with Günel's and Leyla's brother to Quobostan. It is an hour drive out of town, passing by some oilfields and desertlike landscape. In Quobostan are Stones which show engravings of the people who have lived there a loooong time ago. Also quite interesting were the huge stone drums. They actually make lound noise on account their porosity. And then time was allready over and I was driven by our driver to the Airport. On our way we stopped in a little coffe place, which was the meeting place for nearly only foreigners living in Baku.

My plane departed at 20:20 and in it was me, having seen a very political and economically interesting country, located between Russia and Iran at the Caspian Sea between desert and rich mountain pastures, filled with very friendly people!
I am really glad having made this trip, meeting so many nice people, experiencing overwhelming hospitality and having the feeling that eventhough not having seen or talked to somebody in 5 years, everything was just yesterday.

Baku + Quobostan