Donnerstag, 8. Juli 2010

Prag – Pilsen - Krakau - Warschau

Hallo zusammen,

ein kurzes Update, was so geschehen ist:

(2.7.)Den ersten Tag begannen wir mit dem bestaunen der meteorologischen Uhr am Marktplatz, von dort aus besuchten wir die angrenzenden Sehenswürdigkeiten: ein paar Kirchen, das Jüdische Viertel und die Karlsbrücke. Es gab viel zu sehen und die Häuser waren alle sehr schön, aber es war die touristischste Stadt auf unserer Reise.

Best of Prag

(3.7.)Den zweiten Tag nutzten wir für einen Abstecher nach Pilsen, der Geburtsstadt des Pilseners. Was dort gemacht wurde, es selbsterklärend: Brauereiführung und Bierverkostung. Die Dame, die uns durch die Brauerei führte, war auch so freundlich pünktlich zum Deutschlandspiel ihre Tour zu beenden und so konnten wir in der Kneipe auf der Großleinwand den Sieg über Argentinien schauen. Als wir abends wieder in der Stadt waren, haben wir uns die letzten 10 min des Spanienspiels beim public viewing auf dem Marktplatz angeschaut.

Best of Pilsen

(4.7.)Den letzten Tag verbrachten wir mit einem ausgiebigen Spaziergang zur Burg. Dieser gestaltete sich bei praller Sonne und hohen Temperaturen doch länger und anstrengender als erwartet. Dennoch wurden wir für unseren kleinen Umweg mit tollen Blicken über die Stadt belohnt. Die Burg war auch ganz nett aber wieder sehr bevölkert von Touristen. Die restliche Zeit genossen wir den Blick von der anderen Flussseite auf die Altstadt.
Für unseren letzten Nachtzug hatten wir einen 3er Abteil gebucht. Schon bei der Ankunft am Bahnhof wurde uns klar, dass wir auf alle Fälle einen dritten Mann reinbekommen würden und so teilten wir dann den soweit modernsten Schlafwagen mit einem australischen Berufstaucher.

Best of Prag II

(5.7.)In Krakau brachten wir erstmal unser Gepäck zu einem Freund von Andreas. Gestärkt durch ein polnisches Frühstück waren wir bereit und schauten uns das jüdische Viertel, den Domplatz und die Altstadt an. Krakau ist eine sehr nette Stadt und nicht so touristisch überlaufen wie Prag.
(6.7.)Die Wawelburg war dann das Ziel des zweiten Tages. Wir gönnten uns den Besuch der „state rooms“ und der Drachenhöhle. Es war ein netter Abschuss, wir aßen dann noch mit unserem Gastgeber polnische Spezialitäten und dann hieß es auch schon wieder Zugfahren.

Best of Krakau

(7.7.)Warschau erreichten wir nach einer angenehmen Zugfahrt. Der erste Eindruck war dennoch etwas depressiv, die alten Gebäude aus der Zeit als Russland Besatzungsmacht war dazu die Dunkelheit. Doch am nächsten Morgen besuchten wir die Altstadt, welche man nach der fast völligen Zerstörung nach dem 2. Weltkrieg schön wieder aufgebaut hat. Mittags trafen wir dann Rafal, einen Erasmuskommilitonen. Zusammen besuchten wir das Museum des Warschauer Widerstandes. Es ist sehr modern und es gab viel zu sehen. Das Spiel schauten wir dann in einem 3D Kino, leider war die Technik noch nicht ausgereift und so waren bei Kameraschwenks viele Details sehr schwammig. Ein richtiges 3D-Feeling kam nicht auf.

Best of Warschau I

(8.7.)Unseren letzten Tag in Warschau spazierten wir wieder durch die Stadt, dabei besuchten wir Rafals Universität, dessen Bibliothek ein bewachsenes und begehbares Dach hat und den schönen Botanischen Garten mit Pfauen. Warschau hat echt sehr schöne Ecken aber man merkt, dass hier doch vieles zerstört worden ist.

Best of Warschau II

Freitag, 2. Juli 2010

Ljubljana und Salzburg

Hallo zusammen,

(28.6/29.6/1.7)zwischen Zagreb und Ljubljana sind es nur ein paar Stunden Zugfahrt deswegen erreichten wir Ljubljana mittags. Die Sonne schien und wir machten uns auf den Weg zu unserem B&B, dort bekamen wir ein paar Drahtesel mit denen wir uns auf den Weg in die Stadt machten.
Ljubljana ist eine sehr nette, angenehme Stadt in der es ausgebaute Fahrradspuren und viele Cafes gibt. Die Altstadt ist um die Festung gelegen, von der man einen schönen Blick bis an die Alpen hat. Die Zeit verging dann auch irgendwie recht schnell. Wir wurde am Bahnhof auf ein Angebot aufmerksam, bei dem es all-you-can-eat BBQ für 5€ geben sollte. Dieses Angebot war von einem Hostel, das in einem Gebäude des ehemaligen Gefängniskomplexes war. Der Rest des Komplexes machte einen eher „alternativen“ Eindruck.

Da wir nicht in Museen wollten und uns dachten, dass wir lieber uns im kühlen Nass erfrischen wollten, entschieden wir uns den nächsten Tag in Bled zu verbringen. Es ist ein idyllischer Ort an einem See gelegen, der in der Mitte eine kleine Insel mit einer Kapelle hat. Es ist ein sehr beliebtes Fotomotiv, uns ging es primär um die erfrischende Wirkung des kalten Nasses. Wir stiegen aber auch auf einen auf 650m hohe gelegenen Aussichtspunkt. Der 30minütige Aufstieg wurde aber auch entlohnt.

Wir verabschiedeten uns von Ljubljana am frühen Morgen und fuhren nach Salzburg. Die Rucksäcke am Bahnhof eingeschlossen grasten wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt ab. Nach Ljubljana waren diese aber enttäuschend. Die Cafes waren nicht so einladend und ihre Preise jenseits unseres Budgets. Der hohe Anteil koreanischer Touristen viel uns auch direkt auf. Anscheinend hat die Anziehungskraft von Wolfgang Amadeus Mozarts Geburtshaus eine große Reichwiete. Für unsere Unterkunft hatten wir diesmal eine neue Art gewählt. Über das Internetportal Couchsurfing, hatten wir uns schon aus Istanbul einen „Couch Host“ gesucht, der uns eine Nacht auf seine Couch surfen ließ. Es war ein angenehmer junger Mann. Wir schauten ein bisschen Major League Baseball und Hart aber fair zusammen, bevor wir auch wieder platt ins Bett fielen.

Unser Host machte uns am nächsten Morgen auch noch Frühstück auf seinem Balkon, einfach topp! Dann ging es rauf zur Burg, sie ist gut erhalten und groß. Noch einmal durch die Stadt und ab zum Bahnhof und in den Zug nach Prag, aus dem ich euch gerade schreibe. Wir haben das 6er Abteil es für uns alleine, es gibt keine Klima, das Fenster ist offen, die Sonne steht tief, die Fenster sind offen der Wind bläst die Gardine durch das Abteil, es duftet nach Freiheit…

Best of Salzburg


Best of Bled


Best of Ljubljana

Montag, 28. Juni 2010

Zagreb, Plitwitze

Hallo zusammen,

(26.6/27.6) unser Zug nach Zagreb fuhr pünktlich ab, aber dafür war er auch stark nachgefragt. Unsere Reservierung in einem 6er Schlafabteil hatten wir glücklicherweise in Deutschland gebucht, also hatten wir ein Bett. Doch wurde diesmal auch das Abteil voll, so teilten wir 2 mal 2 mal 2,5 (m) mit einem anderen Deutschen, zwei Serben und einem Mitreisenden von ihnen, dessen Nationalität ich nicht kenne. Die Fahrt dauert 7 Stunden und wir erreichten pünktlich um halb 6 Zagreb.

Der Schlafmangel machte sich schon stark bemerkbar, deswegen wollten wir unsere Sachen schnell zum Hostel bringen. Es lag 20 min mit der Tram außerhalb. Wir legten unsere Sachen ab, gammelten 30 min rum, bevor wir wieder zum Kaffee in die Stadt fuhren. Um 9 Uhr hatten wir uns mit einem Erasmuskollegen aus Belgien, der von Wien nach Istanbul hitch hiked, verabredet. Wir trafen ihn auch pünktlich am Marktplatz und spazierten die auf der Karte eingezeichneten Routen ab und quatschen über dies und das. Da das Budget begrenzt war, kauften wir uns kroatisches Börek (welches sehr gut schmeckt und mit den Ustas mithalten könnte, aber Istanbuler Börek ist immer noch leckerer;)) und ein paar Flaschen belgisches Bier. Es war ein witziges Gefühl, in Zagreb zu sitzen, mit jemandem, mit dem man in Istanbul keine Zeit gefunden hat sich zu treffen weil man beidseitig immer auf Reisen war. Die Zeit verging schnell und wir brachten ihn noch an den Bahnhof.

Uns fiel dann auf, dass wir doch schon recht viel von Zagreb gesehen hätten und so gingen wir die Möglichkeiten, was wir am nächsten Tag machen könnten, durch. Wir stellten fest, dass wir gerne an die Plitwitzscher Seenplatte fahren wollten. So informierten wir uns bei der Touristeninformation und später auch am Busbahnhof über eventuelle Tickets.
Bevor es aber zum Bahnhof ging wollten wir unsere Tour in Zagreb mit dem Besuch des berühmten Friedhofes beenden. Dort gab es wirklich einige schöne Gräber und ich muss sagen ich war positiv von der Atmosphäre überrascht. Dann ging es zum Bahnhof.

Um Tickets am Busbahnhof zubekommen, muss man, anders als in der Türkei, zu einem zentralen Schalter, der für alle Gesellschaften verkauft, gehen. Dort sagte man uns, dass es besser sei nur die Hinfahrt zu kaufen, da man die Rückfahrt nicht garantieren könne. Wir fanden dann später heraus, dass es daran liegt, dass die Busse aus weiterweg kommen, und wenn man eine längere Strecke verkaufen kann, dann macht man das auch lieber.
Wir entschlossen uns am nächsten morgen früh hinzufahren und dann nach dem Spiel wieder zurück zufahren, irgendwie muss es ja klappen…

So fuhren wir morgens rechtzeitig zum Busbahnhof, um dann unser Ticket auf Grund von Tramverspätungen 2 min vor Abfahrt zu bekommen und zum „Peron“ zu spurten. Aber wir kamen rechtzeitig an und waren 2 Stunden später in Plitwitze. Dort machten wir die 4-stündige Tour. Es gibt dort mehrere Wasserbecken, die mit kleinen oder auch großen Wasserfällen (75m tief) verbunden sind. Man geht die ganze Zeit mehr oder weniger über Stege, die über dem Wasser verlaufen. Um die Landschaft in Worte zu fassen bräuchte ich viel zu lange, deswegen schaut mal auf den Wiki link und ich hoffe, dass ich bald ein paar Bilder hochladen kann. Es war sehr schön!

Pünktlich zum Spiel saßen wir dann in einem Hotel und konnten mit ein paar Engländern, Kiwis, Holländern und Kroaten das Spiel sehen. Dem Kommentator unterlief aber beim Anmoderieren des Spieles ein kleiner Fehler, es wurde zwar „God save the Queen“ aber nicht „Deutschland, Deutschland über alles“ gesungen. Nach dem Spiel ging es schnell zur Bushaltestelle, wo der erste Bus uns sitzen ließ und der zweite uns mitnahm.

Zagreb ist eine saubere ordentliche Stadt, man kann sie gut in einem Tag ablaufen. Manche Gebäude erinnerten uns ein wenig an Wien. An sich bekamen wir hier schon den Eindruck es wären wir schon fast in Deutschland.

Belgrad

Hallo zusammen,

(24.6/25.6) Der Nachtzug nach Belgrad fuhr 80 min später los, wir hatten ein 6er Schlafabteil reserviert und hatten Glück – wir hatten es für uns alleine. In Belgrad angekommen bezogen wir als erstes unser Hostel, welches direkt gegenüber dem Bahnhof im 6ten lag. Es war eine umgebaute Eigentumswohnung, da dies auch von nur uns bewohnt war, gönnten wir uns erstmal eine Dusche bevor es auf in die Stadt und zum Frühstück ging.

Unser Frühstück bestand aus zwei exzellenten Stücken Pizza sowie Burek, eine Art Börek, nur diesmal gönnten wir uns den Kulturbruch und bestellten es mit Schinken. Ich muss sagen der Punkt geht trotzdem an die Usta (Meister) in Istanbul.

Auf der Burg bekommt einen Überblick über die Stadt und wir planten unserer weitere Tour, da wir beide immer noch etwas angeschlagen waren, machten wir uns auf den Weg die Osmanischen Einflüsse in Belgrad zu suchen. Es gab eine Moschee und ein altes Haus, dann streunten wir ein wenig umher liefen durch die Künstler Gasse, tranken einen Mokka (heiße Schokolade, mit ganz steifer Sahne drin) und machten uns auf den Weg zur „größten“ Orthodoxen Kirche. Die Kuppel etwas größer als die Hagia Sofia aber dafür war Baubeginn im 20ten Jahrhundert… und die Bauarbeiten sind immer noch nicht abgeschlossen.

Den Abend verbrachten wir ohne große Feierei im Hostel. Am zweiten Tag widmeten wir uns den weiteren Sehenswürdigkeiten. Zemun, ein Vorort von Belgrad mit einem Turm und einer netten Donaupromenade und Ada, einer angelegten großen Insel auf der es viele Sportstätten gab (sogar einen Diamond). Abends ging es dann schon wieder zurück zum Hostel und ab zum Bahnhof.

Insgesamt präsentierte sich Belgrad uns als sehr lebenswerte Stadt. Trotz des alten Einflusses gibt es viel Leben und viele schöne Ecken zu entdecken.

Freitag, 25. Juni 2010

Skopje

Hallo zusammen,

(23.6) noch im Tiefschlaf ging es dann schon wieder los, einen Morgenspaziergang zum Bahnhof und ab nach Skopje. An der Grenze wurde uns dann mitgeteilt, dass wir noch 2 Stunden dort warten würden, da die griechische Bahn streikt. Also noch zwei Stunden Schlaf.

Ab der Grenze war dann das Wetter auch nicht mehr so schön wie in Thessaloniki, trotzdem war die Landschaft sehr schön, wir fuhren vorbei an Bergen die nur anstatt mit Schnee mit einer Wolke, die sich wie eine Decke auf sie gelegt hatte, vorbei. Der Bahnhof von Skopje war dann schon das erste High-light, ein Bau auf einer bzw. in einer Brücke, dunkel, vergilbt und irgendwie aus einer anderen Zeit. Hier ist seit 30 Jahren nichts passiert… Da wir nur den Tag dort blieben, brachten wir unser Gepäck, in den Abstellraum und machten uns auf den Weg in die Stadt.

Der erste Eindruck war schon sehr ernüchternd. Ich muss sagen, dass das Wetter auch einiges dazu beigetragen hat, ein permanenter Nieselregen kann einem schon die Laune verderben. Es wurde viel gebaut und die Architekturstile der yugoslawischen Vergangenheit waren auch noch präsent. Nett waren dafür die immer wiederkehrenden Straßenecken, an denen sich viele Kneipen an einander reihten. Als Frühstück nahmen wir dann ein Stück Hackfleisch mit Käse gefüllt dazu Pommes und ein paar Zwiebelen und ein Bier an einer dieser Straßenecken zu uns. Mahlzeit!
Auf der anderen Seite des Flusses lag das „nicht-mazedonische“ Viertel, hier waren noch die Einflüsse des Osmanischen Reiches zu spüren, so gab es ein Han (Händler-Haus,) verwinkelte Straßen etc… Es fielen uns auch immer wieder türkische Worte in der Sprache der Mazedonier auf, so sagen sie zum Beispiel auch iyi für gut. Falls wir die Laute tischübergreifende Unterhaltung beim Essen richtig verstanden haben.

Wir schlugen die Zeit bis zu unserem Zug dann mit ein bisschen Fußball schauen tot und gingen dann pünktlich zum Bahnhof, um auf den 80 minütig verspäteten Zug zu warten.

Insgesamt ist Skopje schon recht interessant, wenn man sich mit der Geschichte auseinandersetzt. Wer aber eine nette malerische Stadt erwartet, der kommt wo anders wahrscheinlich mehr auf seine Kosten. Das Landesinnere hat in mir Interesse geweckt, ich würde es gerne auch mal bereisen…

Donnerstag, 24. Juni 2010

Thessaloniki

Hallo zusammen,

unsere Fahrt begann am Otogar in Istanbul. Da wir nicht auf die zeitgemäße Wiederaufnahme des Linienzugverkehrs Istanbul-Europa vertrauen wollten, fuhren wir mit dem Bus. Dieser war ein zweistöckiger Setra und wir hatten uns Tickets für die erste Reihe oben besorgt. Da es nachts war, war es egal aber so hatten wir trotzdem eine gute Sicht während des Sonnenaufgangs in der griechischen Region Mazedonien. Wir erreichten irgendwann die Grenze und alle Passgiere mussten zur Passkontrolle, dann durften alle nicht-Türken und nicht-Griechen nochmal zur Ausfuhrkontrolle, wo unser Gepäck durchsucht wurde. Dabei war das Buspersonal auffallend unfreundlich. Wir dachten, dass man sich bei den Griechen jetzt auch mal die Türken schnappen würden, aber nichts war, alle anderen wurden nochmal kontrolliert… nach 1,5 Stunden war dann alles gegessen und wir durften weiter nach Thessaloniki fahren.

Wir wurden morgens früh in Thessaloniki ausgesetzt und mussten nicht mehr weit bis zum Hotel laufen, dort konnten wir auch sofort das Zimmer beziehen und wir machten uns auf die Stadt zu erkunden. Erst einmal etwas in den Magen und dann auf zur Burg, den Blick genießen und den Weg runter bis zum weißen Turm vorbei an jeder Menge orthodoxen Klöstern bahnen. Das Wetter spielte zum Glück mit und so wurden wir von der Sonne begleitet. Um auch kulinarisch alles mit zunehmen gab es zum Mittagessen Gyros Pita und abends folgte Tzatziki;). Als kleines High-light haben wir uns das Geburtshaus Atatürks angeschaut.

Am Nachmittag gönnten wir uns noch eine kleine Pause bevor es noch eine kleine Runde an die Promenade ging, da es ja am nächsten morgen früh weiter nach Skopje ging…




(Für alle die sich wundern, dass ich jetzt erst los fahre, diese Erlebnisse sind vom 21. und 22. Juni... der Rest folgt hoffentlich bald;;) )

Auf Wiedersehen Istanbul!

Hallo zusammen,

Unser Abschied begann schon am letzten Freitag, an dem Andreas und ich alle Freunde und Bekannte zum Fußball schauen in eine Kneipe eingeladen hatten. Leider konnten wir später am Wasser sitzend nicht den deutschen Sieg feiern, trotzdem genossen wir den Sonnenuntergang über Sultan Ahmet. Weiter ging es dann zum Taksim. Da ein Freund auf dem Weg zum Wasser von einem Hund angesprungen/angefallen wurde, gingen wir zur Vorsorge zum Krankenhaus. Long-story short: Im ersten Krankenhaus behandelt man so etwas nicht (Alman Hastanesi), im zweiten waren keine Medikamente vorhanden und im dritten behandelte man ihn nicht, da er Alkohol im Blut hatte. Zum Glück hatten wir bei den letzten beiden Krankenhäusern eine türkische Freundin mit dabei, die auch Deutsch spricht… puh. Nach 2,5 Stunden, 40 Lira Taxi Rechnungen und einem Papierzettel später, stießen wir dann wieder zu Andreas und Freunden und ließen die Nacht in Istanbul ausklingen.

Samstagnachmittag gingen wir dann auf das Efes One Love Festival, dort traten The Whitest Boy Alive, Fisherspooner und Groove Armada auf. Es war recht nett, da es auf dem Campus der Bilgi Universiät war, welcher einen sehr gepflegten Rasen hat(te). Es gab auch noch jede Menge Unterhaltung durch Kicker (auch ein 6 Mannkicker), Darts usw...

Sonntag stand der zweite Tag des Festivals an, es kamen the Ting Tings. Leider zog ein kleines Unwetter durch Istanbul, das die Wiese aufweichen ließ und viele Gäste vom Kommen abhielt.

Und dann war es auch schon Montag, nochmal kurz an der Uni vorbei, wieder merken, dass manche Stellen einfach unkoordiniert sind, auf dem kurzen Dienstwege dann doch wieder die nötige Unterschrift bekommen und ab ging es. Rucksack auf und in die Fähre zur Abschiedsnargile bei Mustafa. Die, die bei mir waren, werden ihn wahrscheinlich kennen. Es waren noch ein paar enge Freunde von uns da und so genossen wir die „letzten Züge“ in Istanbul. Es war schön sich dort zu verabschieden. Aber es ist wird ja ein Wiedersehen geben!
Dann waren die Augen auf die Fahrt nach Hause gerichtet…

Donnerstag, 17. Juni 2010

Trabzon - Batumi - Trabzon

Hallo zusammen,

ich bin wieder zurück von unserem letzten innertürkischen Ausflugs – nach Trabzon. Trabzon liegt an der Schwarz Meer Küste, 200km entfernt von Georgien. Hat eine gute Fußballmannschaft und ist berühmt für Hamsi (ein Sardinen ähnlicher Fisch).

Wir sind am Montagabend mit dem Flieger angekommen und haben uns ein Hotel gesucht und die Stadt etwas erkundet. Da wir etwas müde waren ging es früh ins Bett, um am nächsten Tag fit zu sein, denn es ging nach Sumela. Das ist eine einstündige Busfahrt entferntes Kloster in den Bergen gelegen. Es wurde vor 700 Jahren an eine Felswand gebaut und wir haben uns gefragt, wie man das damals geschafft hat, wenn schon unser Bus im ersten Gang gut arbeiten musste, um den Weg rauf zu kommen. Viel zu sehen gibt es dort aber sonst nicht also genossen wir die Landschaft. Wir kamen noch mit ein paar Holländern ins Gespräch die, wie sollte es anders sein;), mit dem Camper unterwegs waren. Sie machten gerade eine große Tour durch die Türkei und hatten ein paar interessante Erlebnisse zu erzählen. Nach 3 Stunden ging es wieder nach Trabzon, wo wir uns noch die Ayasofia anschauten bevor es zum Bier und Fußballschauen ging.

Der dritte Tag begann um 5 30, wir machten uns auf den Weg nach Batumi, der ersten größeren Stadt auf der Georgischen Seite. Nachdem wir 2 Stunde an der Grenze auf unseren Bus gewartet hatten, erreichten wir Batumi. Der erste Eindruck – chaotisch, aufgerissene Straßen, am Busbahnhof waren viel Bettler und auf dem Straßenmarkt fühlte ich mich auch etwas deplaziert. Doch nachdem wir ein bisschen in die Innenstadt kamen, wurde es leerer und man merkte, es wurde was getan. Batumi soll touristisch mehr genutzt werden und deswegen entsteht ein riesiges Hotel an der Promenade und die Häuser waren im besseren Zustand. Dennoch blieb der Eindruck, dass Georgien arm dran ist. Innerhalb von ein paar Stunden hatten wir auch einiges gesehen, waren müde und machten uns wieder auf den Rückweg. Diesmal per Sammeltaxi und Bus…

Den letzten Tag verbrachten wir damit noch eine alte Villa und eine Picknickanlage zu besuchen. Wir merkten, dass außerhalb Istanbuls die Leute doch noch eine Ecke freundlich zu Fremden eingestellt sind. So wurden wir kurzer Hand einfach zur Pide eingeladen und mussten häufig erklären, warum wir denn Türkisch sprächen. Türken sind sehr nett und neugierig :)

Bilder gibt es wieder hier (auf Andreas Blog)

Montag, 7. Juni 2010

Safranbolu und Amasra

Hallo zusammen,

unser kurzer Wochenendausflug hat uns in das rund 500km entfernte Safranbolu geführt. Eine kleine Stadt die auf Grund ihrer Fachwerkhäuser seit 1994 UNESCO Weltkulturerbe ist. Dies ist auch in Fernost bekannt und so war die Innenstadt des touristisch gut aufgestellten Städtchens, auch gefühlt von entsprechenden Busgruppen. Wir verbrachten nette 3 Stunden dort bis es dann per netter Landstraße nach Amasra ging.

Da wir einen Leihwagen hatten konnten wir diese Flexibilität und die örtlichen Straßenverhältnisse genießen. Nichtsdestotrotz kann man sagen, dass die Straße dort ausgebaut werden soll, was man an diversen Schotterstellen vor, nach und während der Baustellen bemerken kann. Zum Glück waren die Schlaglöcher nicht so einschlägig wie auf anderen Straßen der Türkei und wir kamen sicher und ohne Pannen überall an.

Dank des Autos konnten wir dann auch zu einem kleinen entlegenden Strand fahren, um dort zu schwimmen und am nächsten Morgen zu frühstücken. Sonst ist Amasra eine nette kleine Stadt mit zwei Buchten und einer Zitadelle welche eine schöne Kulisse für den Sonnenuntergang bietet.

Freitag, 28. Mai 2010

Ein Nachtrag zur unserer Ägäis-Tour von Anfang Mai

Ägäis-Tour

Hallo zusammen,

in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist Mete angekommen, so konnte es am Donnerstagmorgen vor dem Berufsverkehr losgehen. Es ging über Tekirdag auf die Galipololi Halbinsel. Dort fand im ersten Weltkrieg die Schlacht um die Dardanellen statt. Die Alleierten haben es nicht geschafft die Türken von der Halbinsel zum Teil zu verdrängen. Die Schlacht dauerte achteinhalb Monate und es gab mehrere zehntausend Tote auf beiden Seiten. Eine Besonderheit war die Beteiligung von australischen und Neuseeländischen Truppen, die in den ersten Reihen für die Alleierten kämpfen mussten, ohne eigen Interessen am Krieg zu haben. Auch dieser Soldaten wird auf den Schlachtfeldern gedacht und jedes Jahr kommen viele Kiwis und Aussis um dieser zu gedenken.

Abends sind wir nach Canakale übergesetzt und haben die Nacht dort verbracht. Am Morgen ging es dann nach Troja. Wer jetzt denkt Troja – WOW – dem sei gleich gesagt, es lohnt sich gar nicht bis kaum. Die Ruinen von Troja waren von mäßigem Interesse aber das Foto mit dem Pferd durfte ja nicht fehlen.

Unsere Tour führte uns weiter nach Bozcaada, einer der wenigen Ägäis-Insel, die zur Türkei gehören. Bozcaada war ein Tipp meiner Mitbewohnerin, die uns dort auch noch eine Unterkunft organisiert hatte. Das Wetter war ein Traum und deswegen, ging es quasi direkt zum Strand. Da auf dieser Insel nur sehr wenige Touristen hatten, durften wir den Strand fast unser Eigen nennen. Das Wasser war erfrischend aber nicht kalt. Abends haben wir standesgemäß Balik-Raki (Fisch und Anis-Schnaps) am Hafen gegessen. Bozcaada produziert auch ein Drittel des türkischen Weines, dieses nahmen wir zum Anlass noch eine Flasche direkt am Wasser zu genehmigen. Es wird gesagt, dass die Lebenserwartung auf Bozcaada besonders hoch sei, wir glauben bei der Ernährung einen Grund dafür gefunden zu haben.

Das schöne Wetter ist uns am nächsten Tag nicht treu geblieben und so regnete es immer mal wieder und der Wind blies. Wir setzten unsere Reise Richtung Assos weiter fort und erreichten den kleinen Hafen am späten Nachmittag. Dieser Ort besteht quasi nur 4-5 größeren Hotels und ein paar kleinen, welche alle direkt am Wasser liegen. Auch hier herrschte nur reges Treiben, da es noch keine Saison ist. Unsere Pension lag auch direkt am Wasser und hatte einen Hauseigenen Steg. In der Nacht konnten wir die sich brechenden Wellen von unserem Fenster aus hören. Den Abend verbrachten wir auf der Mole mit Cekirdeg (Sonnenblumenkerne) essen.

Am nächsten Morgen wollte die Sonne uns wieder und so begann der Tag mit einer Runde schwimmen. Nach dem wir unser Frühstück bei Lütfü Usta (so hieß unser Wirt) gegessen hatten, schauten wir uns noch die Ruinen von Assos an. Sie liegen auf dem Berg hinter dem Hafen und haben einen schönen Ausblick über das Meer und die gegenüberliegende Insel Lesbos. Dann ging es auch schon wieder heim. Wo wir gerade noch pünktlich das Spiel Fenerbahce – Trabzon anschauen konnten. Leider war mit einem 1-1 die Meisterschaft nicht zu holen...

Hier gibt es ein paar Bilder aus Andreas Album.

Şile - eine Tag am Strand

Hallo zusammen,

knappe 2 Busstunden außerhalb von Istanbul am Schwarzen Meer liegt Şile. Eine nicht sonderlich große Stadt mit einem Leuchtturm und einem Strand, welche zu den Wochenendzielen viele Istanbuler gehört. Da gestern das Wetter wieder sehr gut war, haben wir uns entschlossen dorthin zu fahren. Nachdem wir die Existenz des Leuchtturms überprüft hatten, genossen wir den Rest unserer Zeit in der Sonne und im Wasser. Am Strand waren noch nicht so viele Badegäste, was vielleicht auf die doch noch erfrischende Wassertemperatur zu schieben ist oder einfach nur weil es Donnerstag war. Wieder ein Ausflug auf der Liste abgehakt, bald geht es schon wieder zurück...

Montag, 19. April 2010

Meine Eltern zu Besuch - Edirne

Hallo zusammen,

meine Eltern haben es noch sicher vor der großen Aschewolke nach Istanbul geschafft. Ich habe sie am Donnerstag vom Flughafen abgeholt und war am Freitag mit ihnen und Andreas im Topkapı Palast. Es waren wieder Massen von Touristen unterwegs und somit fielen wir gar nicht auf. Dieses mal waren wir auch im Harem, der Teil der dem Harem der Sultane vorbehalten wäre. Ich habe nachgesehen - keine mehr da! Ich finde den Palast an sich nicht so überwältigend wie manch andere Sehenswürdigkeit in Istanbul, aber ich muss sagen, dass das Harem mit seinen vielen nett verzierten Räumen einen Besuche wert ist, am besten, wenn keine Cruiseshipstours unterwegs sind.

Am Freitag habe ich dann meine Eltern alleine auf Tour geschickt, auf dem Programm standen die Zisterne, Chora Kirche und Eyüp. Gestern sind sie dann nach Izmir geflogen und bestaunen heute die alten Steine in Pergamon bevor es morgen mit dem Zug nach Efesus geht.
Das Wetter ist gut und der türkische Luftraum freigegeben.

Gestern hat Andreas und mich wieder die Reiselust gepackt und wir sind mit dem Bus nach Edirne, an der Bulgarisch Griechisch Türkischen Grenze gefahren. Es ist die ehemalige Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Es ist eine kleine Stadt mit 130 Tausend Einwohnern. Es gibt viele Moscheen, deren Wände und Decke wirklich sehr schön verziert sind. Ich muss gestehen, dass mir viele von ihnen besser gefallen haben als manch eine berühmte in Istanbul.

Dank eines guten Tipps, haben wir dann auch die lokale Köstlichkeit gegessen - eine gebraten/fritierte Leber. Es hat gut geschmeckt. Zum Abschluß haben wir uns dann noch das "Health" Museum in einem Moscheenkomplex angeschaut. Dannach waren dann unsere Füße müde und es ging wieder zurück mit dem Bus.

Die eigentliche Fahrt dauert ungefähr 3 Stunden. Leider gab es aber keinen Shuttlebus, der uns vom Otogar in unser Viertel gebracht hätte. Also mussten wir den ÖPNV benutzen, das bedeutet nochmal ungefähr 2 Stunden Bus Bahn etc...

Ich kann jedem der mal Lust hat ein bisschen aus Istanbul raus zu kommen, empfehlen nach Edirne zu fahren. Es ist nett ruhig und alles ist gut innerhalb eines Tages gesehen.

Dienstag, 23. März 2010

Ein freier sonniger Tag in Istanbul

Hallo zusammen,

das Wetter meinte es heute sehr gut mit uns, gefühltes T-shirt Wetter und Sonnenschein. Also entschieden Andreas und ich uns noch ein paar Dinge von der Istanbulliste zu streichen.

Als Erstes ging es zu UEFA Ausstellung. Dort haben wir eine Runde gekickert und uns ein paar Exponate angeschaut, was man so halt auf einer Austellung macht.

Als Zweites ging es dann ab zur Bilgi, einer privaten Universität. Eine Freundin hatte uns das Museum auf einem der Campuse empfohlen. Der Shutlebus brachte uns dann auf direktem Wege dort hin. Man konnte schon einen deutlichen Unterschied zu unserer Uni feststellen, ein Starbucks auf dem Campus, ein iphone hier ein Blackberry da... und ein großer Parkplatz gefüllt mit schon recht netten Autos (man sagt, es gäbe auch valet parking...). Das Museum hatte Energie und Strom zum Thema. In einem ehemaligen Kraftewerk gab es außer den Maschinen auch noch ein paar kleine elektrische Versuchsaufbauten und ein "reactable" auf dem man Musik durch auflegen von verschiedene Elementen erzeugt.



Die dritte und letzte Station war Miniatürk. Dort kann man sich, wie der Name schon sagt, die Türkei in Kleinformat anschauen.

UEFA-Ausstellung, Santral Energiemuseum, Miniatürk

Montag, 22. März 2010

Hamam - türkisches Bad

Hallo zusammen,

als wir im September letzten Jahres angekommen sind, hatten wir es auch immer vor in ein Hamam zugehen, haben es aber irgendwie nicht geschafft. Als viele Besucher mich drauf angesprochen haben, bin ich nun mit Ihnen gegangen. Hier kommt ein kurzer Erfahrungsbericht:

Die typischen Hamams sind nach Geschlechtern entweder durch zwei verschiedene Gebäude oder durch verschieden Zeiten oder Tage an denen es genutzt werden kann, getrennt.

Man betritt als erstes einen Raum, in denen es auf zwei Etagen kleine Kämmerchen gibt mit einer Liege. Sie sind abgetrennt haben aber ab der Hüften nur verglast. Man bekam eine Kabine zugewiesen und bindet sich nur Leibchen um die Hüfte. Dann geht es ab in den Hamambereich.
Als erstes wäscht man sich, die Duschen bestehen aus einem kleinen Waschbecken (alles Marmor) das man mit kaltem und warmen Wasser füllt und dieses dann mit einer Schüssel über seinen Körper gießt.
Nach der erste Dusche geht es dann in das eigentliche Hamam, dem runden Raum mit einem großen heißen Stein in der Mitte. Auf diese durch Wassererhitze Marmorplatte legt man sich dann und entspannt. An den Seiten findet man noch weitere Becken zum waschen.
Falls man möchte, kann man sich dann Peelen lassen (Kese). Das heißt ein Masseur nimmt einen an die Hand und man hockt sich neben ein Becken und er beginnt mit einem rauhen Lappen einem die erste Hautschicht abzuschrubbeln. Krazt ganz gut!
Dannach kommt der "entspannende" Part. Man legt sich wieder auf den Stein und wird mit Olivenseifenwasserschaum ein geschäumt und massiert. Die Masseure waren meist ältere Herren mit einem Bauch und kräftigen Armen. Die Massage war in den Hamams unterschiedlich, bei manchen eher sanft bei anderen eher nicht. Eine Regel gibt es aber, der Rücken muss knacken!
Wenn es dann genug geknackt hat, dann wird man nochmal abgewaschen und darf ein bisschen auf dem Stein entspannen. Wenn man keine Lust mehr hat, geht man wieder raus und lässt sich in Handtücher einwickeln und geht in seine Kabine und legt sich noch ne Runde aufs Ohr.

Wer einmal die Chance hat, sollte es unbedingt mal mitmachen. Es lohnt sich besonders nach einem laufreichen Tag.

Für ein paar Bilder schaut mal hier vorbei.



Mittwoch, 17. März 2010

Bildernachtrag

So und jetzt einfach noch ein paar Bilder von hier und da:

Interrail


Syrien und Ost-Türkei zusätzlich zu den Bildern von Andreas:

Syrien

Ost-Türkei

Guide gefällig?

Hallo zusammen,

ich habe wieder lange nichts von mir hören lassen und so werde ich versuchen die letzten Wochen kurz zufassen. Die zwei Hauptbeschäftigungen waren, Unikurse finden, damit wir noch ein bleiben können und Fremdenführer sein. Ersteres hat nicht so viel Spaß gemacht aber wir haben genug Kurse gefunden und können sogar noch ein oder zwei Seminare abhaken.

Fremdenführer in dieser großen lebendigen Stadt zusein macht viel Spaß, nur muss man aufpassen, dass man selbst nicht immer das gleiche Programm macht. Ich hatte seit Anfang Februar nun viel (fast durchgehend) Besuch von Familie und Freunden und habe so viel verschiedene Sachen erlebt. Jedes Programm runterzuzählen liest sich nicht so gerne deswegen habe ich einfach ein paar Bilder zusammen gebastelt.

Besuch

Ab heute werde ich nun die nächsten Wochen wieder "allein" in Istanbul sein und mich wohl mehr auf das Studium konzentrieren müssen...

Mittwoch, 10. Februar 2010

Syrien und Osttürkei – ein Trip voller Zitadellen und gastfreundlicher Menschen

Abflug
Wir verließen Istanbul pünktlich in aller Frühe trotz Schnee. In Adana angekommen, machten wir uns dann mit dem Bus auf den Weg nach Antakya und von dort aus nach Aleppo. Alles klappte reibungslos und wir passierten die Grenze ohne große Verzögerung. Natürlich dauert es bis alle Pässe gestempelt waren und der Bus von Beamten kontrolliert werden konnte. Nach der Grenze kam es dann zu einer kleinen Auseinandersetzung zwischen einem älteren Fahrgast und dem Buspersonal. Dem Fahrgast rutschte daraufhin die Faust ins Gesicht eines Mitarbeiters aus, dessen Nase die nächste halbe Stunde bluten sollte. Nach diesem kleinen Schock wurden wir 40 Minuten später an einer Tankstelle gebeten, den Bus zu verlassen und in einem „Microbus“ umzusteigen. Ein arabischer Mann mit seiner türkischen Frau, die in Deutschland groß geworden ist, und deren Tochter stiegen auch um. Als der Mann dann merkte, dass wir diesen Bus auch nochmal bezahlen mussten, erhitzen sich die Gemüter und es kam zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen dem Buspersonal und dem Herrn. Diesmal aber auch eher verständlich da uns die Busfirma schlicht weg abgezogen hat! Uns blieb aber nichts anderes übrig, als den Bus zu bezahlen.

Aleppo
Wir Zugfahrkarten für den nächsten Tag und schauten uns die Stadt an, es gibt Kirchen, einen schönen Bazar, eine große Moschee und eine große Zitadelle. Insgesamt konnte man hier schon sehen, dass man nicht mehr in Istanbul war. Es war alles sehr orientalisch, der Bazar, Souk genannt, hat eine authentische Atmosphäre. Von der Zitadelle konnten wir auf die Dächer der Stadt schauen welche flach und mit Satellitenschüsseln geschmückt sind.
Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug früh nach Hama (2Std. Fahrzeit). Die Züge sind neu-gebrauchte aus Asien und sehr bequem. Wir hatten erste Klasse gebucht (50 Cent mehr) und bekamen ein Trinkpäckchen und eine syrische Tageszeitung. Ich habe leider noch nicht einmal den Sportteil gefunden. In Hama schauten wir uns die großen Wasserräder an, bevor es dann auf zu Krak de Chevalliere, einer beeindruckenden sehr gut erhaltenen Kreuzritterburg, ging. Wir erreichten sie mit den „Microbussen“ es war immer wieder ein Abenteuer von A nach B zu kommen ohne viel lesen zu können, doch wir fanden immer wieder (oder wurden gefunden) nette hilfsbereite Menschen. Das war wirklich angenehm, ohne diese Hilfe wäre es um einiges schwerer gewesen.

Damaskus
Wir erreichten Damaskus am frühen Morgen und machten uns auf die Suche nach einem Hotel. Wir fanden ein günstiges rustikales in dem wir aber dann auch nur eine Nacht bleiben sollten. Es war Freitag und somit war der Souk und viele Museen geschlossen. Wir nutzten den Tag und erkundeten die Altstadt. Abends trafen wir uns mit Freunden von einer anderen Uni in Istanbul die eine ähnliche Tour machten.
Am Samstag wechselten wir in ein anderes Hotel. Der Souk war gut gefüllt und wir besuchten die Sehenswürdigkeiten, unter anderem auch die Moschee und schauten uns weiter in der Altstadt um. Der Souk ist wirklich groß und in den Gassen der Altstadt findet man Kirchen und alte kleine Paläste. Wenn man gut aufpasst stehen manche Türen offen und man kann einen Blick in die schönen Innenhöfe werfen.
Leider hatte sich Andreas den Magen verdorben und so musste ich das Programm alleine absolvieren. Ich habe mehr oder weniger freiwillig einen großen Spaziergang gemacht, auf dem ich aber wieder zwei hilfsbereite Syrer getroffen habe. Nachdem ich dann endlich an dem korrekten Busbahnhof war, fuhr ich dann zu einem Kloster etwas außerhalb von Damaskus. Es ist ein wichtiger Ort für Muslime sowie Christen. Es war schön Gläubige verschiedener Religionen im Einklang zusehen. Als ich zurück in der Stadt war, traf ich mich noch mit einem der Syrer vom Mittag um etwas zu essen und etwas zu quatschen. Er war sehr interessiert an allem, leider war die Zeit knapp, da wir am nächsten Morgen weiter wollten.

Palmyra
Andreas ging es etwas besser und wir fuhren 3 Std. mit dem Bus in die Wüste, nach Palmyra. Dort gibt es römische Ruinen. Man kann noch gut die Säulenwege erkennen. Wir spazierten ein wenig umher und schauten uns abends, von einem Hügel aus, das, von der untergehenden Sonne angestrahlte, Gelände an.

Rückweg
Nun fing unser Rückweg an. Wir fuhren mit dem Bus nach Hama und nach Aleppo. Dort blieben wir einer Nacht und nahmen dann ein Taxi über die Grenze. Am Taxistand trafen wir noch eine Freundin aus Karlsruhe, die auch den Trip mit den Leute, die wir in Damaskus getroffen haben, gemacht hat. Sie verriet uns, dass die Gruppe am gleichen Tag nach Antep, Türkei fahren würde. Nachmittags waren wir dann auch wieder in Antakya, Türkei. Ich versuchte den Kontakt zur Gruppe herzustellen, da sie mir angeboten hatten mit ihnen noch ein paar Tage durch die Osttürkei zu touren.

Urfa
Unser Flug ging um 17 Uhr am nächsten Tag und nachdem wir noch eine Höhlenkirche besichtigt hatten, ging es dann zum Busbahnhof. Inzwischen hatte ich die Bestätigung, dass im Mietwagen noch Platz für mich sei und dass ich die Gruppe in Urfa treffen könnte. Also fuhren Andreas und ich zum Busbahnhof, wo sich dann unsere Wege trennten. Er fuhr zurück nach Adana um von da aus nach Istanbul zu fliegen, ich setzte mich 6 Stunden in den Bus und erreichte abends Urfa und traf die Gruppe nach ein paar Telefonaten.
Wir schauten uns in Urfa die heiligen Teiche an und die Zitadelle, welche man durch einen in den Felsgeschlagenen Treppenstieg verlassen konnte. Danach ging es nach Harran einer 5000 Jahre alten Siedlung, von der aber auch nur eine kleine Festung und ein Turm der ehemaligen Uni übrig geblieben sind.

Mardin
Am Tag darauf fuhren wir in Richtung Mardin. Begleitet von 2 angeschlagenen Felgen, erreichten wir dann diese nette Stadt auf 1083m gelegen mit einem herrlichen Blick über die mesopotamische Tiefebene. Das wissen auch die Amerikaner und haben in der Zitadelle ihren Ohren und Augen auf das nur 40km entfernte Syiren gerichtet. Wir wurden wieder von Kindern geführt, welche unser türkischer Mitreisende angesprochen hatten. An sich hatte Hasan immer ein Händchen mit Leuten umzugehen. Er fand immer den richtigen Weg oder die Kids, die uns stolz ihre Stadt zeigten. Nachdem Sonnenuntergang ging es, zum Glück auf einer Straßen, die diese Bezeichnung auch verdient hatte, weiter nach Diyarbakir.

Hasankeyf
Wir machten uns am nächsten morgen früh auf den Weg nach Hasankeyf, einer Siedlung in den Uferfelsen des Tigris. Aufgrund von Dämmen kann es sein, dass diese Städte bald nur noch Tauchern zugänglich sein wird. Wir spazierten durch die ganzen Anlagen und genossen in der Sonne eine Siesta. Von den Sehenswürdigkeiten, die wir auf der Osttürkei-Tour gesehen hatten, war dieses am imposantesten.

Diyabakir
Den letzten Tag verbrachten wir in Diyabakir. Hier merkt man schon ganz deutlich, dass es den Menschen dort nicht so gut geht, wie in den Gebieten eher im Westen der Türkei. Wir absolvierten einen kleinen Spaziergang auf der Stadtmauer bevor wir dann unsere Mietwagen abgaben und uns in den Flieger nach Istanbul setzten.

Was bleibt zu sagen, es war ein Trip voller Erlebnisse. Ich kann nur jedem empfehlen eine Syrien Tour zumachen. Man kann viel sehen und die Sehenswürdigkeiten liegen in erreichbarer Nähe. Die Süd-Ost-Türkei ist auch sehr interessant, man braucht dort aber ein Auto um viel sehen zu können.
Jetzt bin ich zurück in Istanbul und genieße ein paar freie Tage bevor die Uni wieder beginnt…

Hier sind die Fotos von Andreas des ersten Teiles der Tour, die des zweiten bekomme ich bald hoffentlich.

Montag, 25. Januar 2010

Klausuren vorbei - Schnee - Syrien

Hallo zusammen,

heute habe wir die letzte Klausur geschrieben. Da es in Istanbul die letzten Tage weiter geschneit hat, haben wir eine kleine Tour durch die verschneite Stadt gemacht. Hier findet ihr ein paar Eindrücke.

Der Schnellfall bringt aber auch einige Gefahren mit sich. Da es in Istanbul nicht häufig schneit, haben viele Autos keine Winterreifen und ein dementsprechendes Fahrverhalten. Es gibt nicht so viele Räumfahrzeuge. Die Brücke wurde zwischenzeitlich gesperrt.
Viele Gehwege sind spiegelglatt da auch hier wenig bis gar nicht geräumt wird. Das macht die Stadt dann nicht nur für Autofahrer eine Rutschpartie sondern auch für Fußgänger.

Auf Grund des anhaltenden Schneefalles ist unsere Uni die nächsten 2 Tage vorerst geschlossen und alle Klausuren wurden verschoben. Gut, dass ich alle hinter mir habe, puh!

Morgen früh geht wird es dann um 03:55 mit dem Bus zum Flughafen gehen. Heute waren einige Flüge von Türkish Airlines gestrichen, also mache ich mal auf alles gefasst...

Samstag, 23. Januar 2010

und schon wieder Schnee?

Hallo zusammen,

nach relativ angenehmen Temperaturen noch vor einigen Tagen, schneit es heute zum zweiten mal in dieser Woche. Das Dach gegenüber meines Fensters hat auch eine ganz leichte weiße Schicht. Gerade zeigt sich Istanbul wettertechnisch nicht von seiner einladensten Seite.



Aber das Wetter spielt beim Lernen und Klausuren schreiben ja keine Rolle. Am Dienstag haben wir unseren "Triple-header" hinter uns gebracht. Ich bin wirklich froh, dass das der erste Klausurentag war. Jetzt haben wir den Batzen wenigstens weg. Gestern hatten wir noch eine Klausur und am Montag kommt die letzte.

Gestern waren wir noch auf einem Farewell-Tee von einem Kommilitonen aus Dänemark. Dort ist mir aufgefallen, dass doch sehr viele nur ein Semester hier bleiben. Ich hoffe alles klappt mit unseren Kursen sodass uns das zweite Semester auch etwas für Karlsruhe bringt.

Samstag, 16. Januar 2010

Istanbul - Avrupa Kültür Başkenti

Hallo zusammen,

die letzten Tage waren weniger ereignisreich. Unser Klausurtermine sind rausgekommen und wir werden unsere Finals vom 19ten bis zum 25ten schreiben. Das ist soweit ganz gut, nur, dass wir am Dienstag direkt mit 3 Finals an einem Tag beginnen dürfen ist nicht ganz so optimal. Gut ist es jedoch, dass wir dann mehr Zeit in Syrien haben werden. Der Hinflug ist am 26ten und wir werden am 4ten wieder zurückfliegen. Einen genauen Plan mit Karte hat Andreas erstellt. Ich freue mich schon!

Sonst sehen die Tage hier alle recht ähnlich aus, aufstehen, lernen, ab und zu mal Pause und abends nen Film anschauen. Man will ja am nächsten Tag fit sein.

Heute wurden wir aber durch Zufall auf die Eröffnungsveranstaltung zur Kulturhauptstadt Europas aufmerksam. Es war eine Kombination aus mehreren Veranstaltungen an verschiedenen Orten. Das Programm war unterschiedlich, wir haben ein ,leider durch Wind stark eingeschränktes, "Ballontheater" und ein Konzert von Tarkan angeschaut. Diese wurden begleitet von viel Feuerwerk. Leider ist heute ein mieses Wetter so dass viele der Veranstaltungen nicht so gut besucht waren, wie die Veranstalter geplant hatten.
Zum Abschluss noch ein kleines Video: